Theodizee – Wie kann Gott das Böse in der Welt zulassen!

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 Wovor Meisterdenker Immanuel Kant als Philosoph scheute, ist für Muslime ein leicht zu lösendes Problem. Immer wieder sagen Leute: »Wir können angesichts der vielen Übel dieser Welt nicht gläubig sein, weil wir nicht glauben können, daß ein barmherziger Gott sie, wenn es ihn gäbe, zulassen würde!« – Dies ist ein ernstes Problem, von dem es heißt, Epikur hätte es folgendermaßen formuliert:

»Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht, oder er kann es und will es nicht, oder er kann es nicht und will es nicht, oder er kann es und will es. Wenn er nun will und nicht kann, so ist er schwach, was auf Gott nicht zutrifft. Wenn er es kann und nicht will, dann ist er mißgünstig, was Gott ebenfalls fremd ist. Wenn er nicht will und nicht kann, dann ist er sowohl mißgünstig wie auch schwach und ist dann auch nicht Gott. Wenn er aber will und kann, woher kommen dann die Übel, und warum nimmt er sie nicht weg?«

Dieses Problem der Rechtfertigung eines guten Gottes angesichts der Übel der Welt heißt bei Theologen und PhilosophenTheodizee, und es ist bemerkenswert, daß der deutsche Philosoph Immanuel Kant eine kleine Abhandlung Über das Mißlingen aller philosophischen Versuche in der Theodicee (A. A., Bd. VIII, S. 253 ff.) verfaßt hat.

Im folgenden soll gezeigt werden, daß sich das Problem der Theodizee ganz einfach auflöst, wenn man es aus muslimischer Perspektive heraus betrachtet.

Der entscheidende Punkt einer muslimischen Betrachtungsweise des Problems liegt darin, daß wir unseren Blickwinkel nicht auf das Diesseits beschränken, sondern über die Grenzen der Welt hinausgehen und das Jenseits mit in den Blick nehmen. Indem wir dies tun, folgen wir dabei der Offenbarung, nach der es einen Jüngsten Tag geben wird, an dem die Menschen den Lohn für ihr Leben im Diesseits erhalten. Und sofern jemand beispielsweise im Diesseits viel gelitten hat, wird er vom barmherzigen Herrn am Tage des Gerichts im Jenseits dafür reichlich entlohnt werden. Mit anderen Worten:

Alle Übel dieser Welt reichen nicht hin, um über die Barmherzigkeit Gottes zu urteilen. Denn nach Seinem eigenen Zeugnis und den Zeugnissen der von Ihm gesandten Propheten findet die eigentlich »Abrechnung« im Jenseits statt. Was uns geschickt wird, sind Prüfungen oder Strafen. Die diesseitigen Strafen bewahren uns im Sinne einer direkten Gewinnausschüttung vor Strafe im Jenseits. Und Prüfungen geben uns Gelegenheit, endlose Belohnungen einzuheimsen. Es gilt zu verstehen, daß wie die Belohnung des Guten ein Gut ist, die Bestrafung des Bösen ebenfalls ein Gut ist.

Großsheikh Abdullah Fa‘iz ad-Daghistânî vom ehrenwerten Naqshibandi-Orden sprach einmal über unbeliebte Dinge und beschrieb unsere Lage im Leben. »Nichts läuft so, wie wir es gern hätten, und niemand kann seine Bestimmung lenken. Wir sind keine Führer, sondern werden geführt. Dieses Leben ist angefüllt mit unbeliebten Dingen, und inmitten einer jeden Wohltat kommt so etwas mit wie der Kern in der Olive. Warum wurden diese Dinge geschaffen? Wir sind in diesem Leben wie ein Mann, der in stürmische See gefallen ist und mit jeder neuen Welle herumgeworfen wird. Wie sollen wir uns angesichts dieser Wellen verhalten? Es gilt, Geduld zu üben. Allah der Allmächtige sendet diese Wellen und erklärt: »Ich schuf Leben und Tod und prüfe eure Tugend.« Sind wir angesichts widriger Dinge geduldig, gibt uns Allah unendliche Belohnung. Wenn du das weißt, könntest du angesichts unbeliebter Dinge nicht bloß geduldig sein, sondern in widrigen Umständen geradezu Vergnügen empfinden, da du denkst: »Jetzt sieht Gott auf mich, da Er mich testet!« Um die gewünschte Gegend zu erreichen, mußt du zuvor die beschwerliche Gegend durchqueren. Stimmst du dieser Bedingung nicht zu, kannst du sie nie erreichen. Niemand betritt das Paradies, wenn er nicht zuvor die Höllenbrücke überquert hat. Das ist Göttliche Weisheit. Wer Vergnügen wünscht, muß allen Widerwärtigkeiten gegenüber Geduld bewahren. Aber wir ignoranten Leute fliehen vor unbeliebten Dingen und laufen den erwünschten Dingen hinterher, ohne sie zu erreichen. Das ist der Test Allahs des Allmächtigen für Seine Diener. Wir sollten nicht flüchten, sondern Haltung bewahren.« (vgl. Mercy Oceans Book Two, S. 83 f.)

Der deutsche Philosoph Immanuel Kant hat etwas Ähnliches wie das von Großsheikh Abdullah Beschriebene im Blick, wenn er in der schon erwähnten Abhandlung schreibt: »Die dritte Auflösung des Knotens soll diese sein: daß uns Gott um einer künftigen Glückseligkeit willen, also doch aus Güte, in die Welt gesetzt habe, daß aber vor jener zu hoffenden überschwenglich großen Seligkeit durchaus ein mühe- und trübsalvoller Zustand des gegenwärtigen Lebens vorhergehen müsse, wo wir eben durch den Kampf mit Widerwärtigkeiten jener künftigen Herrlichkeit würdig werden sollten. – Allein, daß diese Prüfungszeit (der die Meisten unterliegen, und in welcher auch der Beste seines Lebens nicht froh wird) vor der höchsten Weisheit durchaus die Bedingung der dereinst von uns zu genießenden Freuden sein müsse, und daß es nicht thunlich gewesen, das Geschöpf mit jeder Epoche seines Lebens zufrieden werden zu lassen, kann zwar vorgegeben, aber schlechterdings nicht eingesehen werden, und man kann freilich diesen Knoten durch Berufung auf die höchste Weisheit, die es so gewollt hat, abhauen, aber nicht auflösen: welches doch die Theodicee verrichten zu können sich anheischig macht.« (a. a. O., S. 260)

Sachlich-systematisch betrachtet, zeigt sich die kantische Position insofern als berechtigt, als die Berücksichtigung des Jenseits in der Philosophie nicht erlaubt sein kann, die ja alles durch eigenes Denken herauszufinden beansprucht, Offenbarung im reinen Denken keinen Platz hat. Die philosophischen Vertreter der Rechtfertigung eines guten Gottes angesichts der Übel der Welt überschreiten mit der Berufung auf jenseitiges Glück die Grenze des philosophischen Denkens. Kant sagt nicht, daß das Problem der Übel der Welt mit Blick auf einen allmächtigen und barmherzigen Gott nicht lösbar sei, sondern nur, daß dieses Problem nicht innerhalb der Philosophie zu lösen ist, was sich schon im Titel seiner Abhandlung Über das Mißlingen aller philosophischen Versuche in der Theodicee ausdrückt.

Wir Muslime aber stehen nicht unter der Beschränkung der Philosophie. Und wir pflegen auch nicht jene Bitterkeit, die sich bei Kant beispielsweise dort ausdrückt, wo er in obigem Zitat in Klammern von einer Prüfungszeit spricht, »der die Meisten unterliegen, und in welcher auch der Beste seines Lebens nicht froh wird«.

Muslime pflegen nicht jenen zwanghaften Pessimismus Kantens, sondern sind glücklich im Diesseits und im Jenseits. Sie sind glücklich und stolz, daß der Herr der Welten sie als Menschen erschaffen und als Kinder Adams – »Wir haben die Kinder Adams geehrt« – der Friede sei auf ihm – geehrt hat, daß sie zur Nation Abrahams – der Friede sei auf ihm – gehören und zur Gemeinde Sayyidina Muhammads – Allah schicke Frieden auf ihn und seine Leute und Segen. Muslime sind glücklich, daß Er sie in die Existenz gebracht hat auf diesem Planeten, sie in jeder Sekunde ihres Lebens darin erhält und sie liebt und nach ihnen sieht.

Und wir erinnern uns jener Antwort, die Sayyidina Musa – der Friede sei auf ihm – vom Herrn der Welten auf die Frage erhielt, woran wir nämlich erkennen könnten, daß unser Herr mit uns zufrieden sei: »Wenn du glücklich bist mit Mir, ist das ein Zeichen dessen, daß Ich zufrieden bin mit dir!«

Kant hatte als Philosoph die Offenbarung außen vor gelassen. Als Muslim hätte er die Lösung seines Problems auch insofern leicht finden können, als wir schon im Diesseits nicht genau wissen, was für uns letztendlich etwas Gutes oder etwas Übles ist, da etwas, das uns auf den ersten Blick als etwas Schlechtes erscheint, sich im nachhinein als ausgesprochener Glücksfall erweisen kann. So gibt es im Koran die berühmte Geschichte, da Sayyidina Musa – der Friede sei auf ihm – die Erlaubnis bekommt, Sayyidina Khidr – alaihi salam – eine Zeit auf seinem Weg zu begleiten, der Sachen macht, die Moses überhaupt nicht versteht, ja, für die er überhaupt kein Verständnis hat. So geht Sayyidina Khidr in ein Fischerdorf und hackt in die Böden der Boote Löcher, so daß sie schwimmuntauglich werden, was Moses sehr erbost. Diese Tat erweist sich für das Dorf indes als große Wohltat, weil die Häscher des Herrschers alle Boote konfiszieren, derer sie habhaft werden, die fahruntüchtigen Boote dieses Dorfes aber nicht beschlagnahmen, die deshalb, wieder repariert, dann dessen Lebensunterhalt weiterhin sichern.

Wissen wir aber nicht einmal im Diesseits genau, ob etwas schlecht oder nur der vermeintlich schlechte Vorbote zu etwas Gutem ist, so gilt das, wenn wir das Jenseits mit berücksichtigen, nur um so mehr.

Einst fuhr die heilige Ursula – möge Allah ihre Seele heiligen – mit hundert Jungfrauen den Rhein hinunter, als das Boot von Hunnen überfallen wurde und es zu Umständen kam, deretwegen sie heilig wurde. Und der Zimmermann in Suratu l-Yâ Sîn konnte sagen: »Wenn ihr wüßtet, wo ich jetzt bin!« Böse Leute hatten ihm mit den Worten: »Was, du willst auch ins Paradies, das kannst du haben!« den Schädel eingeschlagen und bewirkt, daß er sofort ins Paradies kam. Al-hamdu lillâh.

Das sind Beispiele dafür, wie größte Brutalitäten, recht besehen, zu Quellen größten Glücks werden. Um es ganz platt zu sagen: Epikur und alle, die ihm Beifall klatschen, haben die eine, die entscheidende Seite der Wirklichkeit ganz weggelassen, die Ewigkeit nämlich. Sie gilt uns als die eigentliche Wirklichkeit. Wir Muslime glauben, daß, während die Welt, in der wir jetzt als endliche Wesen leben, begrenzt ist, nach unserem Tod eine unendliche Welt auf uns wartet. Und diese Unendlichkeit tragen wir schon jetzt in uns. Es ist das Siegel dessen, der uns erschuf und zu dem wir auf der Rückreise sind. Wir sind nur für eine kurze Übergangszeit auf diesem Planeten. Es ist so wie mit einem Reitersmann, der durch eine Steppe reitet und im Schatten eines Baumes eine kurze Verschnaufpause einlegt, ohne vom Pferd zu steigen, sich nur an den Stamm lehnt und ein paarmal kräftig durchatmet, um dann seine Reise fortzusetzen. Denn wir Menschen sind nicht für das Diesseits, sondern für die Ewigkeit geschaffen.

Und wir glauben, daß alles, was uns geschieht, für uns das Beste ist. Epikur würde das Glück der heiligen Ursula, möge Allah sie segnen, nicht verstanden haben, weil einer, der nur dem augenblicklichen Genuß lebt, dem Jenseits gegenüber nur blind sein kann. Kant aber ahnte wenigsten Sayyidina Ayyûbs (Hiobs) Glück. Und der Zimmermann in Yâ Sîn. Das sind unsere Vorbilder und nicht jene “Schweinchen aus der Herde des Epikur”, wie man sie genannt hat, die nach dem Prinzip antreten: »Saufen, fressen, geschlechtlich paktieren, darüber hinaus keine Sekunde verlieren«.

Vor Jahren hatte einmal die Bischöfin Käßmann einen Kirchentag mit den Worten beendet: »Gott kann die Welt verändern!« – Dieser Satz hat eine eigenartige Ambivalenz: Einmal scheint die Frau mit ihm den Glauben gegen bestimmte Kritiker in Schutz zu nehmen, die es aufgegeben haben, zu versuchen, die Übel in der Welt unter der Voraussetzung eines guten Gottes zu rechtfertigen. Wenn der Satz von Frau Käßmann eine Antwort auf das Theodizee-Problem sein soll, dann ist es eine sehr ungeschickte. Denn er klärt nur den Punkt der Allmacht Gottes, welche im Theodizee-Problem per definitionem durch die Verwendung des Begriffs Gottes recht verstanden schon vorausgesetzt war. Damit aber verschärft sich doch das eigentliche Problem, welches dann lautet: Ja, Frau Käßmann, wenn er die Welt verändern kann, warum tut er es dann nicht? Ist er kein guter Gott?

Doch ist der Käßmann-Satz nicht bloß deshalb eigenartig, weil er das Theodizee-Problem kurioserweise nurmehr verschärft, das er auf den ersten Blick zu mildern scheint. Er ist auch deshalb eigenartig, weil er suggeriert, Gott habe bislang zwar nicht in den Weltenlauf eingegriffen, könne es aber. Für Muslime ist das eine sehr primitive Vorstellung von Gott. Denn sie leugnet, daß, alles was geschieht, immer schon durch Ihn geschieht. Als Muslim deute ich alles, was mir geschieht, nicht als Wechsel von Eigenschaften an Dingen, nämlich als Physisches, sondern als den an mich persönlich gerichteten Ausdruck des Willens dessen, der mich geschaffen hat, mich liebt und nach mir sieht. So heißt es in einem Hadidh Qutsî: »Ich war ein verborgener Schatz und war nicht erkannt, aber Ich wünschte, erkannt zu werden, darum erschuf Ich die Geschöpfe und gab Mich ihnen zu erkennen, und sie erkannten Mich.«

Zu glauben, daß Gott in die Welt eingreifen könnte, ist so daneben, weil es wahr ist, daß alles, was existiert, schon durch Ihn existiert, und alles, was geschieht, schon durch Ihn geschieht und jedes Atom durch Ihn in seiner Existenz erhalten wird, weil Er der Macher ist, neben dem es keinen anderen Macher gibt. Im heiligen Koran heißt es in der Sure 19 Mariam, im Vers 35: »Es steht Allah nicht zu, Sich ein Kind zu nehmen. Preis sei Ihm! Wenn Er eine Angelegenheit bestimmt, so sagt Er dazu nur: ,Sei!‘, und so ist es«.

Hier stellt sich noch einmal verschärft die Frage, ob die angeblichen Übel der Welt nurmehr in fehlgeleiteter Einbildungskraft begründet sind. Es gibt dazu zwei sehr wichtige Koran-Passagen: Die eine lautet: »Und wenn sie etwas Gutes trifft, sagen sie, ,Das ist von Allah.‘ Und wenn sie etwas Böses trifft, sagen sie: ,Das ist von dir‘. Sprich: ,Alles ist von Allah‘. Was ist mit diesem Volk, daß sie beinahe keine Aussage verstehen?«

Und ein paar Zeilen später heißt es: »Und was dich an Gutem trifft, ist von Allah, und was dich an Bösem trifft, ist von dir selbst. Und wir haben dich als Gesandten für die Menschen gesandt. Und Allah genügt als Zeuge.« [Koran 4:79]

Und diese beiden Stellen scheinen auf den ersten Blick miteinander im Widerspruch zu stehen. Und doch gibt es eine sehr schöne Möglichkeit, beide Stellen in einem geradezu wundersamen Einklang zu sehen, wenn man davon ausgeht, daß erstens alles, was von Allah kommt, etwas Gutes ist, und zweitens alles, was uns geschieht, von Allah kommt. Dann würde die die oben zitierte zweite Koran-Passage nämlich bedeuten: … was dich an Gutem trifft, ist von Allah, und was dich an ,Bösem‘ trifft, ist von dir selbst, sofern du in einer bestimmten Art von Irrtum befangen bist, sofern du es eben selbst bist, der es sich als ,böse‘ vorstellt.

Oder anders herum: Wenn gilt: Alles ist von Allah, und wenn gilt: Was von Allah kommt, ist gut, dann folgt daraus: Alles ist gut. Daraus folgt, daß der Eindruck von etwas Bösem Irrtum sein muß und die ganze Theodizee-Problematik auf einer falschen Voraussetzung ruht. Wir verstehen es nur nicht, weil wir zu dumm, zu eingebildet oder in bestimmter Weise befangen sind. Deshalb sollten wir beten: » O Allah, wir bitten Dich, laß uns erkennen, daß alles, was uns geschieht, gut ist, weil es von Dir kommt!
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Comments (6)

  1. D. Müller

    Frei kann man nur sein, wenn es eben……….Freiheit gibt. Also: entweder ist der Mensch frei oder unfrei. Freiheit schließt dann eben auch die Möglichkeit ein, “Falsches” (mithin “Böses) zu tun, sonst wäre es keine Freiheit.
    Insofern finde ich die Fragestellung grundsätzlich schwierig. Gerade die Übel in der Welt sind doch ein konkreter Beweis für die Freiheit des Menschen und der Notwendigkeit einer höheren Moral – eben aus dem Bewusstsein des Menschen heraus (vllt. so Art eine Religion 2.0).

    My 50cents.

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  2. Tommy Rasmussen

    “Wie kann Gott das Böse in der Welt zulassen!”:
    .
    [GS.01_084,06] … die Erde ist nicht ein Ort der Reinigung, sondern nur ein Ort der Prüfung des freien Willens, und da ist denn auch alles frei. Guter Sinn und Unsinn, Satan und Engel können nebeneinander einhergehen.

    [GS.01_084,07] Damit aber der Wille des Geistes in seiner Freiheit sich üben kann, so müssen auf einem Weltkörper auch allerlei Reizungen vorhanden sein … durch welchen die Lebenskraft geübt und die Freiheit des Willens irgendeine bestimmte Richtung annehmen muß.

    [HGt.01_022,11] … so Ich wollte ihm geben, was er nicht verlangt und will, so würde er dann nur den Tod durch solchen Austausch des Willens erhalten, da der freie Wille das eigentlichste Leben des Menschen ist.
    http://www.j-lorber.de/

    499. … denn das Denken kommt aus dem Willen, da niemand ohne den Willen denken kann….

    “Himmel und Hölle” – Swedenborg
    http://www.orah.ch/HP2009/20Swedenborg/Buecher.html
    http://www.wlb-stuttgart.de/referate/theologie/swedvotx.html
    .
    [GEJ.05_109,07] Wollen die Menschen eine abermalige Sündflut, so dürfen sie nur fleißig die Berge ab- und durchgraben, und sie werden dadurch den unterirdischen Wässern die Schleusen öffnen! Wollen sie die ganze Erde in Flammen sehen, so dürfen sie nur fleißig alle Wälder vernichten, und die Naturgeister (Elektrizität) werden sich derart vermehren, daß die Erde auf einmal in ein Blitzfeuermeer eingehüllt sein wird! Werde dann etwa auch Ich die Erde durchs Feuer heimsuchen wollen?! Darum lehret die Menschen weise sein, ansonst sie selbst die Gerichte über sich heraufbeschwören werden! Ich weiß es aber, daß es also kommen wird, und dennoch kann und darf Ich nicht hindernd dagegen auftreten durch Meine Allmacht, sondern nur durch die Lehre …

    Sodom und Gomorra, Hanoch und Sündflut

    [GEJ.10_235,02] … es hat dieser bedeutend große See seit jener Zeit den Namen ,Totes Meer‘ erhalten, weil in seinem Grunde zwei große Städte, Sodom und Gomorra, und noch sieben andere, kleinere Städte samt allen ihren Bewohnern und Tieren begraben liegen.

    [GEJ.10_235,08] … weil das Ganze auf einem tief in der Erde lagernden Schwefellager gelegen war …

    [GEJ.10_235,09] … es kam in dem ganzen, weiten Umkreis des Toten Meeres zu den gewaltigsten Feuerausbrüchen, so wie du sie schon in der Gegend Italiens und Siziliens gesehen hast, und das ganze Firmament war voll Feuers, so daß dasselbe über alle die Städte in einem dichtesten Regen herabzustürzen anfing, bestehend in brennenden Schwefel- und Erdpechklumpen.

    [GEJ.10_235,10] Diese Feuerszene dauerte über vierzehn Tage lang. Dadurch wurde unter der leichten Erddecke dieses Landstückes ein hohler Raum gebildet, und das Land stürzte mit allem, was es trug, in die feurige Tiefe hinab, die erst nach und nach mit dem Wasser des Jordans und einiger kleiner Bäche ausgefüllt wurde. Wäre das nicht geschehen, so wäre auch das ganze Jordantal in den inneren Brand geraten und eingesunken; denn auch dieses ganze Tal ruht auf Schwefel und Erdpech…

    [GEJ.10_236,01] (Der Herr:) „So du dich nach dem Jordantale aufwärts begeben würdest und gingest sogar über das Gebirge von Kleinasien, da würdest du an einen sehr großen See kommen, den ihr Römer MARE CASPIUM nennt. Dieser überaus große See ist zu den Zeiten Noahs … auf eine gleiche Art entstanden wie das Tote Meer, nur mit dem Unterschied, daß im Toten Meere eigentlich nur neun Städte begraben liegen, im MARE CASPIUM aber bei fünfhundert samt der damaligen überaus großen Stadt Hanoch.

    [GEJ.10_236,04] Die Hanochiten hatten eine Art Sprengkörner erfunden, machten in die Berge tiefe Löcher, füllten diese mit den Sprengkörnern und zündeten sie mittels fortlaufender Brandfäden an. Die Sprengkörner explodierten und zerrissen die Berge. Die Hanochiten wußten aber nicht, daß unter den Bergen sich oft überaus große und tiefe Wasserbehälter befinden. Die zerstörten Berge, da sie keinen Halt hatten, stürzten dann bald in diese großen und tiefen Bassins hinab und trieben dafür große Massen Wasser auf die Oberfläche der Erde. Andernteils wurden bei dieser Feuertätigkeit auch die in den Bergen vorhandenen Schwefel-, Kohlen- und Pechlager brennend, machten dann auch in der Ebene großartige Feuerausbrüche, wodurch dann das Erdreich samt allem, was auf ihm stand, versank und an seiner Stelle dann ein Meer entstand.

    [GEJ.10_236,05] Es ist leicht begreiflich, daß bei dieser Gelegenheit eine übergroße Masse Wasser aus dem Innern der Erde hervortreten mußte, und mit dem Wasser auch eine große Dunst- und Wolkenmasse, die sich in eine gewisse Höhe erhob und als wolkenbruchartiger Regen, über zwölf Monate lang andauernd, herabstürzte, was im höchsten Grade notwendig war, weil sonst im Verlauf von mehreren Jahren die ganze Oberfläche der Erde in Brand geraten wäre; denn bei zweitausend Klaftern Tiefe, und manchmal viel weniger, gibt es Brennmaterialien zur Übergenüge, so Schwefel, Erdpech und Erdkohle, wie auch hie und da ganz überaus große Naphthabassins.

    [HG 3.357.8] Wie aber und wohin ergoß sich das Gewässer der Sündflut? – Der Hauptteil war das Mittelasien, allwo noch heute der Aralsee und das Kaspische Meer die Überbleibsel von der denkwürdigsten Art sind; denn wo nun das Kaspische Meer ist, da stand einst das übergroße und stolze Hanoch, und es ließen sich noch heutzutage Überreste von dieser Stadt finden, – aber freilich in einer Tiefe von mehr als tausend Klaftern.

    [HG 3.357.9] Und an der Stelle des Aralsees stand einst jener See mit seinen Umgebungen und mit seiner Wassergottsinsel, den wir auch sehr wohl kennen; ebenso sind auch der Baikal- oder nun Balkaschsee und Tsanysee ähnliche, die sündigen Reste der Vorsündflutzeit in sich bergende Denkmäler.
    http://www.j-lorber.de/

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  3. Salim Spohr (Post author)

    Fräulein Leander, indem Sie schreiben, was Sie schreiben, offenbaren Sie, daß Sie den Text oben gar nicht gelesen oder jedenfalls nicht verstanden haben. Ihre Rundumschläge fallen nur auf Sie selbst zurück. – Nach einer Passage aus dem Letzten Testament, dem Heiligen Koran, ist Ihnen der Herr der Universen in Wahrheit näher als Ihre eigene Halsschlagader.

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  4. Leander

    Entfernt doch einfach das Kommentarfeld, wenn Ihr nicht bereit seid, mit Andersdenkenden zu diskutieren!

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    1. Salim Spohr (Post author)

      786 – Leander, Leander, Sie sind viel zu schnell. – Wir sitzen nicht auf dem Macbook, sind vielmehr gelegentlich auch off-line. Wir pendeln wöchentlich zwischen den beiden Teilen Zyperns, da kann es gut geschehen, daß ein Posting mal für einen oder mehrere Tage unbemerkt bleibt. – Daß Sie das indes so deuten, wie Sie es deuten (s. o.!), kann nur auf Sie selbst zurückfallen.

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  5. Leander

    so so, die Gräueltaten der IS, Auschwitz, Naturkatastrophen mit Tausenden Toten – das ist also alles GUT und kommt von Allah.

    Auf einen solchen Gott kann man gut verzichten. Mich wundert sowieso, wie man im 21.Jahrhundert noch an ein übernatürliches Wesen glauben kann, dass sich um die Schicksale der Menschen kümmert. Die Entstehung des Universums ist wissenschaftlich weitgehend geklärt. Da ist nirgends ein “Gott” – es sei dann, man ABSTRAHIERT ihn zu einem “Summum Bonum”, sagt also “Gott ist die Liebe”, die Natur, das Leben, die Weisheit… all das ist dann aber kein persönlicher Gott.

    Im Christentum stellt sich heute niemand mehr hin und vertröstet auf ein Jenseits, in dem den Leidenden Gerechtigkeit widerfahre. Das ist eine Dulder-Haltung, die das Böse einfach zulassen kann mit dem Verweis aufs Jenseits. Statt dessen sollten wir für allgemein GUTE Zustände auf der Welt eintreten, für Frieden, Teilen, Wohlstand für alle. Denn es gibt keinen Beweis für irgend ein Jenseits, noch niemand ist zurück gekehrt und hat berichtet! Und sämtliche Propheten sind auch nur Menschen: man kann innere und äußere Visionen haben, das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese irgend etwas mit der Wirklichkeit zu tun hätten. Die Psychologie und die Hirnforschung haben all das lange erklärt!

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