Warum wir den König lieben

27.07.2007 von Salim Spohr

Ein familieninternes Streitgespräch – vgl. auch hier – über die schönste Verfassung und den König in jedem Mann

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Wir überqueren die Grenze nach Jordanien. Und waren wir seit der Abfahrt von Medina alle ziemlich aufgedreht gewesen, so kommt mit einem Mal eine himmlische Ruhe, Leichtigkeit und Heiterkeit auf uns herab. Die Hektik Saudiarabiens oder wessen auch immer ist wie verflogen, und eine staubige, gelegentlich rötliche Wüste mit Geröll zieht unter gedämpftem Blick dahin: Was macht einen Ort zu einem schweren oder leichten? Sind es die Jinnen, die Geister? Was ist es, dem sich der Segen eines Landes, seine Fröhlichkeit, verdankt?

Sheikh Salîm meint, es liege ein Segen auf dem Land, weil Jordanien ein Königreich ist, und zwar das eines Königs, der nicht durch Mord und Totschlag an die Macht gekommen ist wie fast alle anderen in Arabien, sondern in einer langen und ehrbaren Tradition steht. Segen läge in der Monarchie, wenn der König seinem Land in einer Weise vorsteht wie der Vater seiner Familie, die er liebt, und ein jeder Mann das Recht hat, persönlich mit dem König zu sprechen. Für ihn, so Salîm, gäbe es keine beruhigendere Verfassung als die des Königtums eines gottesfürchtigen Königs.

„Jetzt das wieder“, dachte ich, „eine der Lieblingsideen des Mannes“: „Woher weißt du denn“, frage ich, „daß unter solchen Bedingungen nicht jederzeit ein Tyrann, ein blutvergießender Despot auftreten kann?“ – Das sollte er doch erst einmal erklären, bevor er vom Paradiese schwärmt!

„Ein blutvergießender Tyrann ist sicher für ein Land ein großes Unglück“, gesteht Salim zu, „wie ein gerechter König ein großer Segen für ein Land ist.“ Doch könne man in diesem Falle we-nigstens noch zwischen gut und böse unterscheiden, könne man wenigstens das Böse noch sehen, das sich im Grau der Parteienwirtschaft parlamentarischer Demokratien längst fast unsichtbar gemacht hätte. Vielleicht aber sei man dort jetzt sogar nicht einmal mehr des Bösen fähig, weil man gar nichts mehr schafft, sondern sich in verschiedenen Interessensgruppen nur gegenseitig so blockiert, daß überhaupt keine Entscheidung mehr stattfindet. Es sei das Chaos.

„Ich finde“, unterbrach ich ihn, „bei uns aber alles sehr schön geordnet. Es gibt ja Gesetze, und es herrscht eine bestimmte Sicherheit.“ – Ein Königreich aber, das wäre doch völlig unrealistisch. „Willst du wirklich“, und Triumph mußte meine Lippen umspielt haben, „den Segen der parlamentarischen Demokratie preisgeben, die bürgerlichen Freiheiten, die Rechtssicherheit?“ Ich blickte bedeutungsvoll in die Runde. Und während einige Blicke sich senkten, fragte ein strahlender Salim, woran es denn liege, daß das Herz kalt bleibt – „als Kind warst du enttäuscht“ –, wenn in einem Märchen kein König vorkommt, „kein Sultan oder Wesir.“ Und er gab selbst die Antwort: In einem Königtum gebe es noch Ehre und Respekt, klare Verantwortlichkeit, Mut. „So bedrohlich“, Salim sah mich an, „wie die Möglichkeit des Tyrannen auch empfunden werden kann, mit ihm ist leider auch eines der herrlichsten Dingen verschwunden, die es früher gegeben hat: der Mannesmut nämlich vor Tyran-nenthron!“ Bei uns sei heute alles nur eine Frage geschickter Bündnisse.

„Und die freiheitlich Demokratische Grundordnung Almaniens und der ganzen westlichen Welt, soll die nun nichts mehr gelten?“, warf ich ein und erinnerte: „Kann ein Muslim in irgendeinem Land der Welt denn freier seinen Glauben leben als in einem westlichen! Und hat unter den Staatsphilosophen nicht schon der altehrwürdige Eflaton, wie Platon auf Arabisch heißt, die Demokratie vor anderen Regierungsformen ausdrücklich gelobt?“

„ Ja“, wiegelte Salim ab, „aber als die relativ beste der insgesamt schlechten. Und was ist mit dem Schierlingsbecher, dem Gift, das Sokrates hat trinken sollen und aus Achtung vor dem Gesetz auch getrunken hat? War jenes Urteil nicht ein deutlicher Ausdruck, fataler Anfang einer fragwürdigen Sache? Und bestimmt hat später einige der Athener die Reue gepackt, und sie werden erkannt haben, daß eine Abstimmung oder eine Wahl doch ganz etwas anderes ist, als wirklich eine Entscheidung zu fällen. – Das Volk soll herrschen? Regieren, das Volk? Nein, dem Volk kommt es zu, regiert zu werden.“ Und es könne gut sein, daß sich die sogenannte Herrschaft des Volkes eines Tages als einer der größten Irrtümer abendländischer Geschichte herausstellt, als ein fatales, ja ein wesentlich verderbtes Idol.

Salîm geriet richtig in Fahrt und meinte, jeder Segler wüßte, daß man nur auf eine Stimme hören kann. Da gelte es, dem Kapitän zu gehorchen. Und das sogar dann, wenn der sich irrte. Denn wenn man ihm nicht folgt, bricht das totale Chaos aus, capsizing, „Dämonkratie“, wie er genüßlich buchstabierte, Herrschaft des Dämons, Kampf aller gegen alle, Demokratie, bloß ritualisierte Form des „homo homini lupus“ zur Durchsetzung egoistischer Interessen! Wer trägt dort wirklich Verantwortung? Wem liegt wirklich das Wohl des ganzen Landes am Herzen? Den pressure-groups, den Lobbyisten, den Parteien? Und zur Legitimierungsfrage, meint unser Philosoph, ein Tyrann, vielleicht eine Strafe Gottes, sei einem Land immer noch förderlicher als das emphatisch zelebrierte Chaos demokratischer Selbstfesselung. Dem liege wirklich etwas an seinem Land.

„So kann nur einer reden“, unterbrach ich, „der in einem demokratischen Land lebt. Unter einem schlechten König, einem Diktator, preisen die Menschen wohl eben das Gegenteil: die Demokratie. Ich möchte gerne wissen, was denn unser Prophet, der Friede sei auf ihm, zu solchen Fragen gesagt hat.“

Ein Bruder erinnerte sich an eine Rede Sheikh Fariduddîns, wonach der Prophet, der Friede sei auf ihm und seiner Familie und Segen, mit Blick auf die Entwicklung der Staatsformen einmal gesagt habe: „Zuerst werden die rechtgeleiteten Khalifen kommen, dann die Könige, dann die Tyrannen, dann wird heilloses Durcheinander sein.“

Salim war ganz begeistert: „Ja genau! – Das ist genau die Zeit, in der wir jetzt leben. Man sitzt im Auto Demokratie und stimmt an jeder Kreuzung darüber ab, in welche Richtung man fährt. Und statt eines Fahrers streiten sich gleich mehrere um das Lenkrad, und besonders um das Gaspedal. Auf der Bremse hängen gleich mehrere Gruppen, bei der Kupplung dasselbe, die Blinker werden von anderen verwaltet. Das Bild ist beliebig erweiterbar. Wer soll für den Gebrauch der Hupe verantwortlich sein, wer für die Fensterheber? – Wer im Märchen in Not ist, geht zum König und bittet um seine Hilfe. Wer in der harten demokratischen Wirklichkeit in Not ist, wohin soll der sich wenden? Jeder glaubt, er sei für alles zuständig, und fühlt sich dabei, was nur die andere Seite desselben ist, für nichts verantwortlich. Wie erquickend dagegen ein gerechter König, wie erquickend dagegen sogar ein Tyrann.“

Bevor ich einer solch kämpferischen Rede gegenüber meine letzten Verteidigungsreserven mobilisieren konnte, gab Salîm dem ganzen noch eine überraschende Wendung. „Und außerdem“ meinte er mit einem fröhlichen Blick auf mich, „welche Frau möchte nicht gerne an der Seite eines Königs sitzen oder von ihrem Mann wie eine Königin behandelt werden.“ Ja, das leuchtete schon ein. „Und einige Muslime behandeln ihre Frauen wie Königinnen, schon aus Klugheit. Denn das ist ihre einzige Chance, zu Hause entsprechend auch wie Könige behandelt zu werden!“ – Während der Bus zu einer Pause in den Weg zu einer Rastanlage einschwenke, wird mir klar: Nicht nur gibt es das Kind im Manne, sondern in jedem auch einen kleinen König!


aus: Hagar Spohr, Die Reise nach Mekka . Eine deutsche Frau erzählt von ihrer Pilgerfahrt ins Herz des Islam.

Fotos Rothermel

Kommentare

  1. Nermin BasicJuly 28, 2007 @ 12:33 AM

    salam alaykum,

    sehr interessant aber leider kann ich ihre Auffassung nur bedingt teilen. Ihre Schwarz-Weiß-Sicht gepaart mit einer großen Portion Idealismus erzeugt ein verzerrtes Bild der Realität. Ich bin froh in einer pluralistischen Gesellschaft wie Deutschland zu leben, auch wenn ich mit vielem nicht einverstanden bin. Immer noch besser als in den nahöstlichen Tyranneien zu leben, in der Mann für Kritik mit Folter, Hausarrest und sogar dem Tod rechnen muss.

    Leider sind die Könige fast immer Tyrannen, die rommantischen Träumereien beiseite gelassen, ist eine Republik eine – nach islamischer Theorie – eher zu bevorzugende Regierungsform, was die Machtverteilung angeht. Sie sollten sich mal die Geschichten der Leute anhören, die unter dem Joch einer solchen ach so tollen Monarchie zu leiden haben. Natürlich wäre ein Kalifat das beste, allerdings kaum zu realisieren (leider).

    Ich bleibe dabei: eine “Dämonkratie” mit guter sozialer Struktur, wie in Deutschland oder den skandinavischen Ländern funktioniert besser als die Monarchien.

    Beispielsweise Abdessalam Yassine (< href=”http://de.wikipedia.org/wiki/Abdessalam_Yassine”>Yassine):

    1974 schrieb Yassine einen offenen Brief unter dem Titel Der Islam oder die Sintflut an den marokkanische König Hassan II. , in dem er die politische Richtung des Königs stark kritisierte. Daraufhin ließ ihn der König ohne rechtskräftiges Urteil für insgesamt dreieinhalb Jahre inhaftieren, von denen er zwei Jahre in einer psychiatrischen Anstalt verbringen musste.

    Im März 1978 wurde Yassine aus der Haft freigelassen. Im Februar des darauf folgenden Jahres veröffentlichte er die erste Ausgabe der Zeitschrift Al-Gama´a, von der bis 1983 insgesamt 16 Ausgaben veröffentlicht wurden. Einige dieser Ausgaben wurden jedoch durch die marokkanische Staatsgewalt beschlagnahmt. Die Zeitschrift wurde nach der 16. Ausgabe offiziell verboten. Im September 1981 gründete Yassine die Vereinigung Usrat Al-Gama´a (Familie der Gemeinschaft). Die Vereinigung wurde offiziell nicht anerkannt. Im Juli 1982 schrieb er einen Artikel in der 10. Ausgabe der Zeitschrift Al-Gama´a, worin er unter dem Titel Al-qawl wa-l-fiaal (Die Rede und die Handlung) auf den an alle Staatschefs der islamischen Länder gerichteten Brief des marokkanischen Königs antwortete, welcher anlässlich der islamischen Jahrhundertwende geschrieben worden war. Die Ausgabe wurde ebenfalls beschlagnahmt. Im November 1983 brachte Yassine die Zeitschrift Al-Subh (Der Morgen) heraus, welche bereits nach Erscheinen der zweiten Ausgabe verboten wurde. Wegen eines in dieser Zeitschrift veröffentlichten Artikels wurde Yassine Ende Dezember erneut verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis sowie einer Geldstrafe von heute 500 Euro verurteilt.

    Im September 1987 nahm die Wohltätigkeitsvereinigung unter der Führung Yassins den Namen Vereinigung für Gerechtigkeit und Spiritualität (Jama´at Al-Adl Wal-Ihssan) an. Trotz zahlreicher Repressionen durch das marokkanische Regime gewann die Vereinigung in Marokko zunehmend an Popularität. Vom 30. Dezember 1989 an wurde gegen Yassine ein Hausarrest verhängt, währenddessen er nur Besuche von Familienangehörigen empfangen durfte4. Am 28. Januar 2000 veröffentlichte Yassine einen Brief mit dem Titel Memorandum an den Berechtigten, welcher an den neuen König Muhammad VI. gerichtet war, der als Sohn seines verstorbenen Vaters Hassan II. dessen Nachfolge 1999 angetreten hatte. In diesem Brief kritisierte Yassine die miserable sozioökonomische Lage der Bevölkerungsmehrheit und forderte den König auf, das unterschlagene Vermögen zur Begleichung der Staatsschulden zu verwenden. Der Hausarrest wurde durch den König am 19. Mai 2000 aufgehoben. Zu diesem Anlass gab Yassine am 20. Mai 2000 unter Beachtung internationaler Medien eine Pressekonferenz, in der er auf die fortdauernden Repressionen und die Willkür der Justiz hinwies.

    Wa Salam, Nermin

  2. AhmadJuly 28, 2007 @ 10:33 AM

    Salam Alaykum,

    es kommt darauf an, welches Bild man von den Muslimen haben möchte. Will man ein unmündiges Volk, meint man gar, das wäre die Realität und man müsse sich ihr stellen, dann bedarf es eines starken Mannes an der Spitze, eines “Vaters” und dass diese Position auch oft misbraucht wurde, zeigt uns die jüngste Geschichte.

    Da ist mir das Konzept vom oben erwähnten Gelehrten Abdessalam Yassine lieber, auch wenn er anstrengender, schweißtreibender und zeitintensiver ist. Lieber geht man den langen Prozeß, ein Volk zu bilden, aufzuklären und zu erziehen (!), so dass aus ihr nicht nur ein gerechter König, sondern viele Prinzen und Prinzessinen in jedem gesellschaftlichen und politischen Bereich hervorkommen!

    So ist der Prophet, Gottes Segen und Frieden auf ihm, vorgegangen, der sich Zeit nahm, die Gefährten und die junge Ummah zu erziehen, damit eine lebendige, gebildete Ummah und nicht nur eine elitäre Elite gebildet wird, die die Geschicke der Menschen lenkt.

    Ein interessanter Linktipp finde ich folgenden, der prophetische Weg (englisch): http://yassine.net/en/Default.aspx?article=MissionandVision_EN&m=1&sm=10

  3. GlobetrotterAugust 04, 2007 @ 07:43 PM

    Im Herz des Islam! Was ist das für ein Herz wo Ehrenmorde an Mädchen eher belohnt und im besten Fall symbolisch bestraft werden? ... weil es islamistische Fundamentalisten so wollen. Was ist das für ein Königreich … für ein hilfloser ängstlicher und schwacher König? Ein König der für sein Wohlbefinden … kleine Mädchen hinschlachten läst.

    Was ist los mit euch? Werdet einfach mal wach Leute. Stellt euch endlich der Wahrheit!

  4. MuhammedAugust 09, 2007 @ 11:03 AM

    Selam alaikum,

    der Idealisierung der Monarchie kann ich mich nicht anschließen. Sicherlich hat die Demokratie auch ihre Schwächen, aber dies liegt meines Erachtens in der menschlichen Natur begründet. Nur wenige Menschen schaffen es Heilige zu werden und über weltliche Ziele erhaben zu sein.

    Somit ist die Demokratie immer noch das bestmöglichste aller Systeme.

    Wenn man sich die Geschichte zum Beispiel des Osmanischen Reichs anschaut. Da haben angehende Thronfolger gegenseitig Morchelmord betrieben, um die Thronfolge zu sichern. Und man sollte nicht vergessen, dass die meisten Könige sich aufgeführt haben wie Diktatoren. Noch heute ist dies so, wo es noch absolute Könige gibt.

    Siehe zum Beispiel Marokko, da kenne ich die schlimmsten Geschichten von Leuten die von der Polizei verschleppt werden und brutal ermordet werden und alles um das Regime des Königs zu schützen. Sein Volk lebt in bitterer Armut und der größte Traum den die Jugend in Marokko heute hat ist es nach Europa zu kommen, diesem scheinbaren Paradies.

    Da frage ich mich wirklich, wo da das islamische Ideal der Gerechtigkeit (adil) bleibt? Meines Erachtens kommt die Demokratie diesem Ideal wirklich am nächsten.

    Sehr geehrte Bruder Salim, ich finde es schade, dass die wunderbare spirituelle Botschaft des Sufismus von solchen politischen Theorien überdeckt wird.

    Es fehlt den Menschen in Europa an dieser spirituellen Botschaft des Islam, aber was Politik angeht können wir Muslime noch viel von Europa lernen.

  5. daniela schillingerAugust 29, 2007 @ 09:46 AM

    ich liebe den spirituellen kern des islams. ich selbst stehe ausserhalb jeder religion, habe meinen eignen weg, den mensch als lichtarbeit bezeichnen kann. ein königtum ist ein hierarschisches system. dazu benötigt es nicht grosse intelligenz der vielen. für demokratische systeme oder netzwerk-ähnliche verbindungen von menschen (die wir in europa auf der politischen ebene erst entwickeln!!!) benötigt es menschen, die bewusstseins-fähigkeiten haben, die darin bestehen, dass wir uns darüber klar werden, ein teil des ganzen zu sein, unseren anteil daran zu haben. dies als chaos zu bezeichnen ist eine beleidigung. ich möchte muslime respektieren in ihrer religiösität und als mensch einer demokratischen gesellschaft auch von muslimen respektiert werden. das fehlt hier. selbstbewusstsein ist langwieriger prozess und wird nicht dadurch geleistet, dass wir zurückschreiten in eine idealisierte vergangenheit mit königen, die so nie existierte (direkt nach mohammends tod haben sich seine ihm sogenannt nachfolgenden gegenseitig umgebracht, warum hat mohammed keinen nachfolger benannt, weshalb wird der beitrag kadishas, seiner ersten frau, für die entwicklung mohameds als prophet und mensch vernachlässigt, warum ist bis heute nicht offengelegt, was in mekka verdient wird, mit den vielen gläubigen und was mit dem geld dann gemacht wird…. viele fragen, wenige antworten).

  6. daniela schillingerAugust 29, 2007 @ 09:49 AM

    ich liebe den spirituellen kern des islams. ich selbst stehe ausserhalb jeder religion, habe meinen eignen weg, den mensch als lichtarbeit bezeichnen kann. ein königtum ist ein hierarschisches system. dazu benötigt es nicht grosse intelligenz der vielen. für demokratische systeme oder netzwerk-ähnliche verbindungen von menschen (die wir in europa auf der politischen ebene erst entwickeln!!!) benötigt es menschen, die bewusstseins-fähigkeiten haben, die darin bestehen, dass wir uns darüber klar werden, ein teil des ganzen zu sein, unseren anteil daran zu haben. dies als chaos zu bezeichnen ist eine beleidigung. ich möchte muslime respektieren in ihrer religiösität und als mensch einer demokratischen gesellschaft auch von muslimen respektiert werden. das fehlt hier. selbstbewusstsein ist langwieriger prozess und wird nicht dadurch geleistet, dass wir zurückschreiten in eine idealisierte vergangenheit mit königen, die so nie existierte (direkt nach mohammends tod haben sich seine ihm sogenannt nachfolgenden gegenseitig umgebracht, warum hat mohammed keinen nachfolger benannt, weshalb wird der beitrag kadishas, seiner ersten frau, für die entwicklung mohameds als prophet und mensch vernachlässigt, warum ist bis heute nicht offengelegt, was in mekka verdient wird, mit den vielen gläubigen und was mit dem geld dann gemacht wird…. viele fragen, wenige antworten). und noch etwas: ich brauche keinen könig als mann oder königin als frau (ungeachtet des tantrischen ansatzes gott/göttin in mann und frau), es genügt mir ein mensch, denn ich bin selbst ein mensch, mit fehlern, die ich annehmen möchte, in liebe, verständnis und achtung, bei mir und jedem anderen, wie oft wurde durch perfektionismus in einem menschen bei allen anderen verdrängung und verurteilung von anderen verursacht. schluss damit.

  7. daniela schillingerAugust 29, 2007 @ 09:56 AM

    ich liebe den spirituellen kern des islams. ich selbst stehe ausserhalb jeder religion, habe meinen eignen weg, den mensch als lichtarbeit bezeichnen kann. ein königtum ist ein hierarschisches system. dazu benötigt es nicht grosse intelligenz der vielen. für demokratische systeme oder netzwerk-ähnliche verbindungen von menschen (die wir in europa auf der politischen ebene erst entwickeln!!!) benötigt es menschen, die bewusstseins-fähigkeiten haben, die darin bestehen, dass wir uns darüber klar werden, ein teil des ganzen zu sein, unseren anteil daran zu haben. dies als chaos zu bezeichnen ist eine beleidigung. ich möchte muslime respektieren in ihrer religiösität und als mensch einer demokratischen gesellschaft auch von muslimen respektiert werden. das fehlt hier. selbstbewusstsein ist langwieriger prozess und wird nicht dadurch geleistet, dass wir zurückschreiten in eine idealisierte vergangenheit mit königen, die so nie existierte (direkt nach mohammends tod haben sich seine ihm sogenannt nachfolgenden gegenseitig umgebracht, warum hat mohammed keinen nachfolger benannt, weshalb wird der beitrag kadishas, seiner ersten frau, für die entwicklung mohameds als prophet und mensch vernachlässigt, warum ist bis heute nicht offengelegt, was in mekka verdient wird, mit den vielen gläubigen und was mit dem geld dann gemacht wird…. viele fragen, wenige antworten). und noch etwas: ich brauche keinen könig als mann oder königin als frau (ungeachtet des tantrischen ansatzes gott/göttin in mann und frau), es genügt mir ein mensch, denn ich bin selbst ein mensch, mit fehlern, die ich annehmen möchte, in liebe, verständnis und achtung, bei mir und jedem anderen, wie oft wurde durch perfektionismus in einem menschen bei allen anderen verdrängung und verurteilung von anderen verursacht. schluss damit. ein empfehlenswertes buch dazu wäre (krishnananda: liebeskummer lohnt sich doch) ein sehr gutes, sehr heilsames buch mit einer ganz konkreten spiritualität, die keine idealisierungen braucht, sondern den menschen so nimmt, WIE ER/SIE IST. die autorin dieses artikels hat sich austricksen lassen. bei ihrer eigenen hoffnung auf eine spirituelle beziehung mit einem mann packt sie salim, wirkliche argumente bringt er nicht für eine idealere gesellschaft. sein gerechtes königtum ist eine fiktion, die rechtssichere demokratie aber eine tatsache. in deutschland wird niemand gefoltert (ausser einzelfälle von asylberechtigte und wenn es rauskommt, hat das konsequenzen für die täter, gewalt wird nicht als form der auseinandersetzung akzeptiert, der staat hat das gewaltmonopol, leb mal in afghanistan, wo in jedem nächsten dorf ein anderer warlord herrscht, unter umständen deine schwester heiratet, misshandelt und schlimmer als einen hund behandelt und keiner kann etwas tun, weil sie alle nicht stärker sind als dieser warlord). also bitte: richtig hinschauen, nicht durch vergangene oder zukünftige projektionen eines besseren lebens betrügen und einfangen lassen. friede sei mit jedem wesen in dieser welt

  8. AbrahamDecember 11, 2008 @ 06:47 PM

    "Und hat unter den Staatsphilosophen nicht schon der altehrwürdige Eflaton, wie Platon auf Arabisch heißt, die Demokratie vor anderen Regierungsformen ausdrücklich gelobt?“ (Textzitat)

    *

    Die Demokratie ist nach Platon die zweitschlechteste aller Regierungsformen, und nichts weiter als eine Übergangsphase in die schlechteste: nämlich der Plutokratie (= Diktatur der Reichen)!

    Tatsächlich liegt nach Platon die einzige Hoffnung der Menschheit in der spirituellen Monarchie, d.h. in der Herrschaft der Priester-Könige:

    „Solange in den Staaten nicht entweder die Philosophen Könige werden oder die, welche jetzt Könige und Herrscher heißen, echte und gründliche Philosophen werden, solange nicht die Macht im Staate und die Philosophie verschmolzen sind, (…) solange gibt es keine Erlösung vom Übel für die Staaten, und auch nicht für die Menschheit.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Platon

    Zur Zeit Platons gab es noch keinen Konflikt zwischen Politik, Theologie und Philosophie, denn „philosophia“ heißt „Liebe zur göttlichen Weisheit“! Könige sollen Philosophen werden, d.h. nicht daß Könige abstrakte (rationale) Denker werden sollen, sondern „Liebhaber der göttlichen Weisheit“, Sufis, Heilige, Propheten, Priester, Freunde Gottes!!!

    Übrigens wurden die früh-islamischen Sufis auch „Platonisten“ (Ashab Aflatun) genannt; ibn Arabi trug sogar den Ehrennamen „Platon’s Sohn“ (Ibn Aflatun).

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