Christliche Theologen würdigen muslimisches Werk

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Die Herausgeber der „Theologischen Literaturzeitung“ der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig haben ein klassisches muslimisches Werk zum „Buch des Monats“ Juni 2014 gewählt. Es handelt sich um den Titel “Das Leben des Propheten” von Ibn Isḥāq (Spohr 2014) in der Übersetzung Gernot Rotters. Die entsprechende Rezension findet sich hier.

Ich finde es wirklich erstaunlich, mit welcher Sachkunde der, wie man vermuten möchte, christliche  Rezensent Andreas Feldtkeller der Geschichte der Herausgabe dieses Klassikers der islamischen Literatur bis in die Feinheiten der Transliteration arabischer Wörter hinein beispielsweise und der Seitengestaltung nachgespürt hat. Und ich frage mich, welch himmlischem Ratschluß die christlichen Theologen gefolgt sind, als sie diese weltweit geschätzte Biographie des Propheten, auf dem und dessen Leuten Frieden und Segen seien, als Buch des Monats Juni auswählten. Denn der fällt in diesem Jahr fast genau mit dem muslimischen Monat Sha’ban zusammen, der als der Monat des Propheten betrachtet und besonders geehrt wird. Wir Muslime freuen uns über diese Wahl, denn schließlich gehört die hier vorliegende Beschreibung des Lebens des Propheten von Ibn Ishâq als die älteste und bekanntermaßen sorgfältig angelegte Biographie zu den wichtigsten Texten der islamischen Literatur.

Betrachtet der Muslim das Leben seines Propheten in dessen Vielschichtigkeit und Fülle als unvergleichliches Geschenk eines über die Maßen barmherzigen Gottes an die Menschheit, so rühren ihn die vielbezeugte Vortrefflichkeit des Mannes und die Lauterkeit seines Charakters immer wieder zu Tränen. Und warum sollte es nicht so sein können, daß auch Christen von diesem vollkommenen Menschen zutiefst berührt werden. Wer von der Schönheit jener im Westen bislang so gut wie unbekannt gebliebenen Religion des Islam einmal kosten will, von ihrer Weisheit und Tiefe, ihrem Segen und ihrer Süße, dem hatte schon der Klappentext der Ausgabe von 1999 geraten: „Disputiere nicht mit den Theologen, sondern betrachte lieber das so bedeutungsvolle und wirkmächtige Leben dieses wunderbaren Mannes, auf dem der Friede sei.“ – Siehe genauer: hier.

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