
Die Webpage der Tagesschau von heute fragt einen Kommunikationsexperten, warum niemand die Eu verstehe, und erklärt, daß die Iren den Vertrag von Lissabon offenbar abgelehnt hätten, weil sie ihn nicht verstehen. Die Antworten des Wissenschaftlers erlauben den Schluß, daß er die Brisanz dieses Vertrages selbst nicht erkannt hat oder geflissentlich über sie hinwegsieht. Was die Tagesschau und ihr Kommunikationsexperte kategorisch ausschließen, ist indes, daß die Iren den Vertrag abgelehnt haben, gerade weil sie ihn verstehen. Macht man sich klar, daß dieser Vertrag auf nichts anderes als die Entmachtung der Parlamente der Länder und die Auflösung von deren Souveränität hinausläuft, dann ist es nachgerade ein Skandal, ja ein Verrat am Volk, daß die Abgeordneten des Bundestages diesem Ermächtigungsgesetz überhaupt zugestimmt haben. – »Warum versteht niemand die EU?«, dies ist die scheinheilige Frage einer zutiefst korrupten Berichterstattung und ihres Experten. – Vgl. auch: Der Fall des Ermächtigungsgesetzes.
Die Entmachtung der Parlamente wäre doch der Weg in eine Monarchie, wie sie sich Salim Spohr immer gewünscht hat. Was hast du plötzlich gegen die Beseitigung demokratischer Strukturen, Salim?
Danke, Demokrat.
Das ist eine interessante Frage. Ihre ANtwort lautet: Das was jetzt geschieht, ist ein Verrat am Volk, aber es ist nicht die Geburtsstunde von so etwas Ehrenwerten, wie es ein Sultanat, ein Königtum, ein Emirat oder ein Kaiserreich wäre. Nein. Es ist, richtig verstanden, nur die konsequente Fortsetzung des Demokratischen, ein Ausdruck seiner strukturalen Schwächen. Mon-Archien wären gegen so etwas wie eine Weltregierung profitsüchtiger Eliten resistent gewesen. Deshalb hatten auch die Königtümer zuerst einmal zerstört werden und durch marode Dämonkratien ersetzt werden müssen, bevor man in einem zweiten Schrit das machen konnte, was jetzt läuft. Das kann man nur mit Demakratien machen, daß das Parlament dem Volk die Abstimmung über die Euro-Verfassung vorenthält, beispielsweise. Verstehst du den geheimen Witz dieser so hochgelobten Staatsform? Sie ist an der Entstehung der kommenden Übel als Mitproduzentin entscheidend beteiligt. – Das müßte mal bei Gelegenheit mal weiter ausgeführt werden.
Hallo Salim,
Zitat: “Mon-Archien wären gegen so etwas wie eine Weltregierung profitsüchtiger Eliten resistent gewesen.”
Da hast du allerdings recht. Profitsüchtige Eliten insgesamt sind in den vergangen Monarchien nicht so recht zum Zuge gekommen. Profitsucht konnte da nur der Monarch selber und seine Schergen richtig ausleben. Ist meiner Meinung nach nur Geschmacksache was einem mehr zusagt.
Zitat:”Es ist, richtig verstanden, nur die konsequente Fortsetzung des Demokratischen, ein Ausdruck seiner strukturalen Schwächen.”
Meiner Meinung nach gibt es kein System ohne Schwächen. Die Schwäche der Demokratie ist denke ich, dass man (das Volk) permanent um den Erhalt kämpfen muss.
Zitat:”Deshalb hatten auch die Königtümer zuerst einmal zerstört werden und durch marode Dämonkratien ersetzt werden müssen, bevor man in einem zweiten Schrit das machen konnte, was jetzt läuft.”
Das verstehe ich jetzt nicht. Zerstören der Königtümer um über den Umweg der Demokratie eine Oligarchie oder gar eine Monarchie (wer weiß schon welch Mächtiger dahinter steckt) aufzubauen? Oder ist für dich eine Oligarchie noch schlimmer als eine Demokratie?
Zitat:”Das kann man nur mit Demokratien machen, daß das Parlament dem Volk die Abstimmung über die Euro-Verfassung vorenthält, beispielsweise.”
Und ein Monarch kann das nicht machen? Wieviele Monarchen gab es in der Geschichte, die ihr Volk bei wichtigen Entscheidungen gefragt haben?
Ernsthaft, ich war doch sehr überrascht, dass du dem irischen Volksentscheid eine so hohe Bedeutung mit deinem obigen Kommentar beigemessen hast. Wenn ich mich recht erinnere hattest du doch immer gesagt, eine Abstimmung ist keine echte Entscheidung, weil niemand (oder kein einzelner Mensch) die Verantwortung für diese Entscheidung übernimmt. Gibt es da einen Sinneswandel bei dir oder schwebt dir eine Monarchie mit Volksentscheiden vor?
Schöne Grüße
Demokrat