Abgeordneter will Koran verbieten

09.08.2007 von Salim Spohr

Den Haag. Der rechtspopulistische niederländische Politiker Geert Wilders hat ein Verbot des Korans gefordert. Die religiöse Grundlage des Islam müsse ebenso verboten werden wie das nationalsozialistische Machwerk “Mein Kampf” von Adolf Hitler, verlangte Wilders in der Zeitung “de Volkskrant”.

Als Anlass für seine Forderung nimmt der Oppositionspolitiker mehrere gewalttätige Überfälle auf einen jungen Mann, der den muslimischen Glauben aufgegeben und ein Komitee für Gleichgesinnte gegründet hat. Der Mann war mehrfach von jungen Muslimen zusammengeschlagen worden und steht nun unter Polizeischutz. “Der Kern des Problems ist der faschistische Islam, die kranke Ideologie von Allah und Mohammed, wie sie in dem islamistischen “Mein Kampf” niedergelegt ist”, schrieb Wilders. Muslime würden aufgerufen, Juden, Christen, Andersgläubige und Ungläubige zu unterdrücken, zu verfolgen oder zu ermorden. Wilders hatte im vergangenen Jahr die Partei für die Freiheit gegründet, die bei der Parlamentswahl im November auf Anhieb neun der 150 Sitze im Parlament eroberte. Er ist der Fraktionschef. (dpa)

Meine Meinung ist, daß es sicher ein fruchtbares Rezept ist, einen solchen Schwachsinn wie ein Verbot des Koran zu fordern, wenn es gilt, noch mehr Sitze im Parlament zu gewinnen. Denn mit Schwachsinnigem fängt man die Massen am besten. Es ist so dumm, es ist so dreist, aber das Volk will es so, weil es ihm entspricht.

Kommentare

  1. bigbertaAugust 18, 2007 @ 09:55 AM

    Nein. Da traue ich sowohl den Niederländern als auch den Deutschen – noch – zuviel Differenzierungsvermögen zu. Der erste Versuch in den Niederlanden, mit Hirsi Ali als “dem Gesicht dafür” ist ja schon gescheitert: http://bigberta.twoday.net/stories/2023521/ Ehsan Jami nur als Vorsitzenden der ex-Muslime wahrzunehmen greift zu kurz. Er wird in den Niederlanden von bestimmten Kreisen als Ali-Nachfolger gehandelt, als neues “Migrantengesicht” für den neuen Versuch. Aber es liegt ja an uns, darüber aufzuklären.

  2. Will FriedAugust 19, 2007 @ 11:39 AM

    Hallo, der Vorstoß von Ralph Giordano und Co geht in die gleiche Richtung wie beim oben genannten niederländischen Politiker Geert Wilders. Beifallklatschende wird es zu Hauf geben. Wir sehen es ja an so vielen banalen Themen wie Kopftuch, Moscheebau,... Es muß nur ordentlich verpackt werden. Vielleicht wird es bald eine entsprechend angepasste Koranübersetzung von sogenannten “Islamexperten” in die wichtigsten europäischen Sprachen geben, die eine Rechtfertigung dieser Gangart auslösen. Ich hoffe, dass es soweit nicht kommt. Wilfried

  3. Abdullah II.August 26, 2007 @ 08:24 PM

    Das beste Mittel, einem Qur’ân-Verbot – was sich bei der heutigen Technologie ohnehin praktisch nicht durchführen läßt – entgegenzuwirken, ist, den Qur’ân (natürlich auf Arabisch) auswendig zu lernen. Für Leute, die nicht Arabisch verstehen, kann dann jederzeit mündlich oder schriftlich eine Übersetzung, bzw. Erläuterung in der jeweiligen Muttersprache erstellt werden. Es hat weltweit bereits mehrfach Versuche gegeben, verfälschte Qur’ân-Exemplare (auf Arabisch und Übersetzungen) in Umlauf zu bringen, die aber gescheitert sind. Daher sehe ich auch für von „Islamexperten“ erstellte „angepaßte“ Übersetzungen nur wenig Chancen. Außerdem hat sich Allah selbst dafür verbürgt, daß der Qur’ân nicht verschwinden wird: „Gewiß, Wir sind es, die Wir die Ermahnung offenbart haben, und Wir werden wahrlich ihr Hüter sein“ [Qur’ân, Sûra 15 al-H:idschr 9]. Vielmehr würde ein solches Verbot mit dazu beitragen, daß sich Nichtmuslime vermehrt mit dem Qur’ân beschäftigen, da verbotene Literatur mehr dazu anreizt, gelesen zu werden, als erlaubte. Die Muslime ihrerseits würden durch ein Verbot bestimmter Stellen im Qur’ân dazu angeregt, sich intensiver mit diesen zu beschäftigen und sich zu bemühen, sie richtig zu verstehen. Übrigens ist das alles nichts Neues, da bereits die ungläubigen Mekkaner vergeblich versuchten, die Leute davon abzuhalten, dem Vortrag des Qur’âns zuzuhören: „Diejenigen, die ungläubig sind, sagen: ‚Hört nicht auf diesen Qur’ân, und führt dazwischen unbedachte Reden (nämlich, um die Zuhörer zu stören; auch: und sprecht verunglimpfende Worte über den Qur’ân), auf daß ihr siegen möget‘“ [Qur’ân, Sûra 41 Fussilat 26]. Allah, der Erhabene, aber sagt: „Allah hat geschrieben: ‚Siegen werde Ich ganz gewiß, (Ich) und Meine Gesandten.‘ Ge¬wiß, Allah ist Stark und Allmächtig“ [Qur’ân, Sûra 58 al-Mudschâdila 21]. Vielmehr dürfte die Einführung eines solchen Verbotes – wenn sie denn überhaupt kommen sollte – den Feinden des Islams endgültig die Maske vom Gesicht reißen, so daß für keinen Muslim mehr Zweifel bestehen sollten, mit wem er es da zu tun hat und was die „freiheitlich-demokratische“ Grundordnung wert ist. Damit würde dann auch das im Grundgesetz verankerte Recht auf freie und ungestörte Religionsausübung für die Muslime noch weiter ausgehebelt und als Lüge bloßgestellt. Die Verbreitung des Islams und des Qur’âns würde damit aber nicht unterbunden. Es wäre – wie damals bei den ungläubigen Arabern – ein zum Scheitern verurteilter, irrsinniger, verzweifelter Versuch, die Wahrheit zu unterdrücken und die Ausbreitung der wahren Religion zu verhindern.

  4. Ralf W.September 07, 2007 @ 02:42 PM

    Jaja… Giordano, Raddatz, etc sind alles Spinner. Dann erklärt mir doch z.B. bitte mal die Bedeutung Sure 4, Vers 34. Das ist doch Frauenunterdückung pur, oder wie wollt Ihr das geschickt uminterpretieren? Meines Erachtens ist die im Koran zum Ausdruck gebrachte Ideologie völlig inkompatibel zu den christlichen Grundwerten Westeuropas und Herr Wilders scheint das auch erkannt zu haben, wenngleich seine Wortwahl zugegebenermaßen doch über das Ziel hinausschießt.

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