Warum ich mich nicht vom Terrorismus distanziere

05.07.2007 von Salim Spohr

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Immer wieder werden Muslime, beispielweise vom Innenminister des Bundes, aufgefordert, sich vom Terrorismus zu distanzieren und Demonstrationen gegen ihn zu veranstalten. Einmal genauer betrachtet, erweist sich eine solche Aufforderung als unsinnig und die offenkundige Folge eines peinlichen Denkfehlers. Ein der Tradition verpflichteter Muslim sollte ihr mit klaren Worten entgegentreten und erklären:

»Ich distanziere mich nicht vom Terrorismus, aber nicht deshalb, weil ich für Terrorismus wäre – das bin ich keinesfalls -, nicht deshalb, weil ich ihn guthieße – das tue ich keineswegs -, sondern schlicht deshalb, weil ich mit Terrorismus gar nichts zu tun habe.«

Von einem Muslim zu verlangen, er sollte sich vom Terrorismus distanzieren, heißt zugleich auch, ihn zwingen zu wollen, damit implizite zu erklären, dem Terrorismus als Muslim schon irgendwie nahezustehen. Ich werbe hier um Verständnis dafür, daß eine solche Forderung deshalb unbillig, ja diffamierend ist.

Das ist so, wie wenn Sheikh Immanuel Kant sagt: »Die Sinne irren nicht« und, um einem naheliegenden Irrtum entgegenzuwirken, fortfährt: »… aber nicht, weil sie immer wahr urteilen, sondern weil sie gar nicht urteilen«. Manche haben Schwierigkeiten, wenn sich die Negation nicht bloß auf eine der Arten bei stillschweigender Geltung der höheren Gattung (»analytische Opposition« Kant)), sondern auf die Gattung selbst (»dialektische Opposition« (Kant)) bezieht. – Wer nicht versteht, daß man auf zwei verschiedene Art negieren kann, sollte übrigens nicht Innenminister sein wollen.

Und im Sinne jener besonderen Verwendung des Wörtchens »nicht« im Sinne der dialektischen Opposition Kants wehre mich gegen den Quatsch, zu glauben, Muslime müßten sich eis ipsis von etwas distanzieren, mit dem sie gar nichts zu tun haben. Sich von etwas zu distanzieren, hat doch nur dann einen Sinn, wenn man sich damit von etwas distanziert, das man früher einmal vertreten hat. Da ich aber nie Terrorismus gutgeheißen habe, da ich nie Terrorist war, wieso sollte ich mich also davon distanzieren?

Wenn, sich zu distanzieren, bedeutet, zu etwas Abstand zu nehmen, so ist das doch nur dann plausibel, wenn es zuvor eine Nähe gegeben hatte. Ohne diese vorangegangene Nähe macht es einfach keinen Sinn, ist es sogar widersinnig, sich zu distanzieren, wie es keinen Sinn macht, Nähe aufzugeben, die es nicht gibt und nie gegeben hat. Wenn Frau Merkel oder Herr Schäuble sich vom Terrorismus distanzieren würden, würden die Leute lachen und denken: »Aber sie haben doch damit gar nichts zu tun!« Genau so ist es in meinem Falle und im Falle der großen Zahl der Muslime in Deutschland und auf der ganzen Welt. Wir haben überhaupt keinen Grund, uns zu distanzieren, weil wir damit gar nichts zu tun haben. Der Irrsinn beginnt schon in dem Wahn, zu glauben, Muslime müßten sich als solche vom Terrorismus distanzieren. Das ist einfach falsch. Ich sehe für mich jedenfalls keinen Grund, das zu tun.

Ein anderer Irrtum ist es, zu glauben, Muslime zu Demonstrationen auffordern zu müssen. Das ist ganz falsch. Wenn es Probleme gibt, bitten Muslime ihren Herrn Allah subhânahu wa ta’âlâ um Hilfe, und sie gehen vielleicht in die Moschee, um sich zu beraten, sie werden aber inshâ Llâh nicht auf die Straße rennen, da herumschreien und den Pöbel machen. Muslime, die das tun, sind verwestlichte Muslime, solche, wie Herr Schäuble sie sich wünscht, weil er seinen Verstand nicht gebraucht. Würde er seinen Verstand gebrauchen, würde er verstehen, daß Terrorismus keine muslimische Erfindung, sondern die Folge des Einflusses gerade westlichen Denkens auf bestimmte Muslime ist, auf solche nämlich, die gerade nicht in der Tradition verwurzelt, sondern, vom westlichen Lebensstil angezogen, westlicher Propaganda gegenüber offen sind. Der Tradition des ahli s-sunna wa l-jamâ‘t verpflichtete Muslime werden nie Terroristen sein können. Ein Innenminister, der das nicht versteht, sollte seinen Posten räumen oder noch einmal die Schulbank drücken und lernen, was es mit dem Islam wirklich auf sich hat, so er nicht selbst zum Sicherheitsrisiko werden – vgl. hier und hier – oder ein solches bleiben will.

Kommentare

  1. LeezaJuly 05, 2007 @ 02:13 PM
    Nun, es sind harte Zeiten für den Islam, in denen einige Muslime im Namen Allahs zum Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen aufrufen und den Worten auch in Form von weltweiten Terroranschlägen sogleich Taten folgen lassen. Als friedliebender Muslim reicht es nicht aus zu behaupten, die anderen seien gar keine echten Muslime, denn das tun die Terroristen auch. Und eine schweigende Mehrheit ist angesichts der lautstarken Minderheit keine Lösung. Wer sich vielleicht nicht auf der Straße, dafür aber im World Wide Web zu politischen Themen, religiösen Ansichten und einem Diskurs über unterschiedliche Wahrnehmungen hinreißen lässt und sowohl die Verunsicherung eines Innenministers als auch einiger Bürger kritisiert, sollte auch in der Lage sein, den Terror nicht nur durch Schweigen zu negieren. Wer behauptet, den "wahren Islam" zu leben, sollt ein der Lage sein, zu erklären, warum gerade "er" den friedlichen Islam lebt und wo der erkennbare Unterschied zu den Terroristen ist. Ich habe zu einigen Punkten und missverständlichen Aussagen und Tatsachen in meinem Blog auch über die Selbstdarstellung von islampress.de geschrieben, um dadurch zu verdeutlichen, wo Verunsicherung besteht und warum ein Schweigen nicht die benötigte Form der Negierung sein kann. Ich hoffe einen Kommentar zu meinem Artikel zu bekommen. Im Namen des Dialoges und der Aufklärung. Sie finden den Artikel unter dem Link meines Nicknames. Es wäre zu viel gewesen, hier zu posten. lg, Leeza
  2. nurJuly 05, 2007 @ 08:54 PM
    »Ich distanziere mich nicht vom Terrorismus, ........ >ob Muslim oder nicht, das ist ehr ein ekeliger Witz, dagegen keine klare kontraStellung zu haben. (Da brauch ich nicht eine Seite Text dazu)
  3. SalimJuly 06, 2007 @ 06:34 AM
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    @Leeza - Zuerst wollte ich mal wissen, ob Leeza männlich oder weiblich ist, der Name klingt ja weiblich, wenn der Sprachgebrauch auch eher männlich anmutet - Zur Sache: Was heißt denn das "Als friedliebender Muslim reicht es nicht aus ..."? Das ist doch gar kein richtiger Satz. Sein grammatischer Defekt zeigt dem Kenner an, daß da was in der Sache nicht stimmt. Dann: "... sollte auch in der Lage sein, den weltweiten Terror nicht nur durch Schweigen zu negieren." Und@ nur schreibt, es sei ein »ekeliger Witz«, dagegen keine klare Kontrastellung zu haben. - Also, liebe Leute: Ich muß mich doch schon wundern, daß ihr nicht sauber lest, daß ihr nicht sauber denkt, daß ihr beispielsweise vom logischen Verhältnis der dialektischen Opposition im Sinne Kants offenbar überfordert seid. Es ist wirklich schade. Nirgendwo habe ich erklärt, nicht gegen den Terrorismus zu sein. Ich habe im Gegenteil an anderen Orten die palästinensischen Brüder schon bei der ersten Intifada heftig angegriffen, weil es ehrlos gewesen war, Kinder an die Front zu schicken. Für die zweite galt das um so mehr. Das ist aber doch gar nicht der Punkt, daß ich gegen diesen ekelhaften Terrorismus bin, daß ich das für eine Riesensauerei und für absolut unislamisch und für einen krankhaften Verstoß gegen den Geist und die Tradition des Islams halte usw. usw., das ist aber doch gar nicht Punkt. Der Punkt ist, daß es eine ausgesprochen Dreistigkeit ist, von Muslimen als solchen zu verlangen, sie müßten sich vom Terrorismus distanzieren. Denn als solche haben Muslime mit dem Terrorismus nicht nur nichts am Hut, sie sind in ihrer hochentwickelten Spiritualität sogar das einzige Bollwerk gegen ihn. Ich akzeptiere es nicht, daß ich mich, nur weil ich Muslim bin, von etwas distanzieren sollen muß, mit dem ich als Muslim wirklich absolut nichts zu tun habe! - Wenn die Berechtigung dieser Position nicht in eure Schädel geht, muß ich euch für geistig nicht ausreichend qualifiziert halten, an einem solchen Blog teilzunehmen. Da wäre es dann besser für euch, woandershin zu gehen, wo es leichtere Kost gibt und man schreiben kann, ohne vorher denken zu müssen.
  4. LeezaJuly 06, 2007 @ 08:15 AM
    Leeza ist weiblich und der Sprachgebrauch den Umständen gemäß. Ich erwarte von Muslimen eine klare Vertretung ihres Standpunktes zu Demokratie, Terrorismus und anderen gesellschaftlichen und politischen Themen, wie ich es von allen Menschen erwarte, die innerhalb einer demokratischen Grundordnung leben. Und anstatt seine Leser erneut zu beleidigen, wäre es eine vertrauensbildende Maßnahme, die missverständlichen Punkte im Sinne der Aufklärung zu erläutern. Denn Kant hat nicht nur einen einzigen Begriff der "Opposition" geprägt, sondern auch den, der "realen". Und es ist nicht nur ehrlos, Kinder als Selbstmordattentäter loszuschicken, sondern Menschen überhaupt. Und sich inmitten von Cafès, Bussen, Hochzeitsfeiern und Discotheken in die Luft zu jagen ist kein Einsatz an der Front. Es fehlt ganz sicher das klare Bekenntnis zur Demokratie und gegen den Terror. Und zwar ohne Wenn und Aber. Und da Muslime mit dieser Grundordnung auch hier gewisse Probleme haben, ist ein klares Bekenntnis umso wichtiger. Denn Aufklärung geschieht nicht durch schweigen und das widerholen von Sätzen, die einer Erklärung bedürfen. Welche Punkte ich ganz genau im Einzelnen meine, steht unter dem Link meines Nicks. Es wäre ein Zeichen der Aufklärung, darauf einzugehen und zu erklären warum ein Muslim den Terrorismus absolut und uneingeschränkt ablehnen muss. Und solche Zeichen erwarte ich von allen Religionen, Organisationen oder Weltanschauungen ganz egal welcher Art. Das betrifft nicht alleine die Muslime. lg, Leeza
  5. Will FriedJuly 06, 2007 @ 10:58 AM
    Wie wäre es wohl, wenn von muslimischen Autoritäten immer wieder die Forderung an die christliche Welt erginge, sich eindeutig gegen "Kinderpornoismus" zu stellen? Was hat "Kinderpornoismus" mit Christlichkeit zu tun? ...UND... Was hat Terrorismus mit Muslimsein zu tun? Nichts und rein garnichts! Man erwartet ja auch nicht, dass der Bäcker beteuert, dass er kein Schlachter ist! Will Fried
  6. nurJuly 06, 2007 @ 11:11 AM
    So, so ich bin "geistig nicht ausreichend qualifiziert"! :-) Ich hoffe nur, das die Explosion einer Kofferbombe "im logischen Verhältnis der dialektischen Opposition im Sinne Kants" verläuft. Manchmal reicht nur ein klares NEIN!!!!! (ohne wenn u. aber)
  7. SalimJuly 06, 2007 @ 12:31 PM
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    Alos Leeza, es war überhaupt nicht die Rede davon, daß es ehrlos wäre, Kinder als Selbstmordattentäter loszuschicken. Die erste Intifada bestand gar nicht in Selbstmordattentaten - hier zeigen sich einmal mehr Mängel in den Grundkenntnissen -, sondern vielmehr darin, Kinder loszuschicken, daß sie, steinewerfend, Sand ins Getriebe täten und für die Palästinenser eine gute PR zustandebrächten. Auch das zeigt übrigens ganz nebenbei, wie westliches Denken die Entstehung des Terroismus mit prägte. Was von Demokratie, diesem ehrlosen System, in dem nicht wirklich entschieden, nicht wirklich Verantwortung getragen wird, zu halten ist, hatte ich "hier schon deutlich gesagt. Wer sich näher mit dieser Frage beschäftigt, wird feststellen, daß Demokratie und Terrorismus nun einmal leider dieselben Grundlagen haben. - Deshalb ist es schlicht bodenlos dumm und ein Zeichen gedanklicher Unreife, in angemaßter Richtermanier zu monieren, es fehle das klare "Bekenntnis zu Demokratie und gegen Terrorismus". Immerhin muß die C. I. A., ein Organ eines demokratischen Systems, bis heute immer noch als die größte Terrororganisation der Welt betrachtet werden. Und man sehe sich doch auch nur einmal die Geschichte amerikanischer Kriegseintritte an, dann weiß man welche Formen ein demokratisch legitimierter Staatsterrorismus annehmen kann. Und dann der tausendfache Verstoß gegen Menschenrecht und Völkerrecht durch die USA und Israel. Was in Palästina geschieht, ist auch jüdischer Staatsterrorismus. Und was in Guantanomo und Abu Ghaib geschieht, ist amerikanischer Staatsterrorismus. Es scheint, es wäre doch nicht blöd gewesen, von Frau Merkel zu verlangen, sich vom Terrorismus zu distanzieren. Schließlich hat sie mit dem obersten Chef der größen Terrororganisation der Welt, tausendfach in übelste Verbrechen und den Drogenhandel verstrickt, freundschaftlichen Umgang gepflegt. Also, liebe Leeza, so einfach, wie du dir in kindergartenartiger Gleichschaltung des Denkens die Welt vorstellst, ist sie eben nicht.
  8. SalimJuly 06, 2007 @ 12:53 PM
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    Wichtige Nachricht: Wir sind hier ein Blog mit den enstprechenden Freiheiten. Diese aber enden für den, der unseren Prophetwn, Sayyidina Muhammad - Allah schicke Frieden auf ihn und seine Leute und Segen - beleidigt. So etwas wird sofort und kommentarlos gelöscht. Dasselbe gilt in bezug auf alle anderen Propheten, der Friede sei auf ihnen allen. Admin Islampress.
  9. LeezaJuly 06, 2007 @ 03:55 PM
    Wenn der "jüdische Staatsterrorismus" mit den Palästinensern auch nur annährend so umgegangen wäre, wie Jordanien mit den palästinensichen Glaubensbrüdern, wäre der Gazastreifen heute menschenleer.

    Sie lehnen die Demokratie und das westliche Denken ab. Dann bitte bemühen Sie in Zukunft Herrn Kant nicht mehr nur dann, wenn er Ihnen in den Kram passt. Es gibt für das Lebenswerk Kants wohl kaum eine größere Beleidigung.

    Ich habe keine Probleme mich gegen jede geziehlt gegen Zivilisten gerichtete Gewalt auszusprechen. Und es ist bezeichnend, wie stark sie sich gegen Demokratie aussprechen können, dieser Abneigung einen ganzen Artikel widmeten aber anstatt sich wenigststens gleichermaßen gegen den Terror auszusprechen, widmen sie einen ganzen Artikel der Rechtfertigung, warum sie das nicht tun und lassen dabei einige Fragen offen und gehen nicht den Hauch auf gestellte Fragen zu missverständlichen Punkten ein.

    Es gibt immer noch die Fragen in meinem Blog zu diesem Thema. In gewisserweise erwarte ich eine Antwort. Sie können ja gerne einen eigenen beantwortdenden Artikel in Ihrem Blog dazu veröffentlichen und eine Art Dialog entstehen lassen, der sich ernsthaft mit den Fragen der jeweils anderen Seite befasst. Gerne bin ich dazu bereit. lg, Leeza
  10. SalimJuly 06, 2007 @ 05:13 PM
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    Leeza, Leeza, schon wieder kommen Sie mit einem Ihrer unüberlegten Schnellschüsse. Was soll das denn heißen: "Sie lehnen Demokratie und das westliche Denken ab"? So ein Schmarrn. Und was wollten Sie denn mit "westlichem Denken" gemeint haben? - Die Geschichte der Philosophie von Thales bis, sagen wir mal, Heidegger oder Wittgenstein? - Die Demokratrie enthält in sich strukturale gravierende Mängel. Einige habe ich beschrieben. Sie aber sind auf das entscheidende Argument mit keinem Wort eingegangen. Wo bleibt denn da Ihre reklamierte Sachlichkeit? Einige der Probleme waren vor mir auch schon anderen Leuten aufgefallen. Theodor Eschenburg beispielsweise, Verfasser des Klassikers "Staat und Gesellschaft in Deutschland", glühender Verfechter der Demokratie, sah im monarchischen System viel geringere Koppuptionsanfälligkeit als im demokratischen. Was das westliche Denken betrifft, so habe ich mich mit einigen Fragen des Denkens, allein zehn Jahre mit Kant, beschäftigt, habe an der Universität Köln als Spezialist für Kants Theorie der Erfahrung einige Jahre Philosophie auch unterrichtet. Es ist schon drollig, wenn da eine Leeza herkommt und mir verbieten will, mich fürderhin auf Kant zu berufen, den ich oft genug davor bewahrt habe, in gewisse Fettnäpfchen zu treten, die nieman anders als er selbst mit unnachahmlicher Schärfe umrissen hatte, in die er aber aus rein sprachlichen Gründen zu geraten drohte. Wenn Sie schreiben, es gäbe für das Lebenswerk Kant keine größere Beleidigung, als wenn ich mich auf ihn berufe, so setzen Sie damit Ihrer unfaßbaren Dummheit und Überheblichkeit nurmehr die Krone auf. Und tun Sie doch nicht so, als würden Sie dieses Werk auch nur im Ansatz überblicken. Im übrigen gibt es zwischen Teilen der kantischen Lehre und dem, was Muslime glauben, sehr interessante Berührungspunkte. In einem Fall aber, dem Problem der Theodizee, können Muslime ein Problem lösen, an dem unser Meisterdenker gescheitert ist. Ich habe vor, darüber heute oder morgen einen kleinen Artikel zu schreiben. Und ich würde mir dazu - sicher haben Sie nach dem, was Sie hier von sich gegeben haben, Verständnis dafür - andere Leser wünschen als Sie.
  11. nurJuly 06, 2007 @ 05:22 PM
    @Leeza ich bin zwar erst ein paar Tage hier im Forum, aber ein so totalitäres Weltbild wie hier verkündet wird kann ich leider nicht mehr vertragen. Und dann werden hier noch Philosophen zitiert die sich im Grabe umdrehen würden, wenn sie das lesen. (Das ist zuviel für mich!) Ich schließe mit einem Zitat von Popper: -->Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.
  12. nurJuly 06, 2007 @ 05:40 PM
    @salim: bitte provozier mich nicht auf Deine Peinlichkeiten einzugehen..... (ganz ganz fest sage ich mir grade "es lohn sich nicht")
  13. SalimJuly 06, 2007 @ 05:54 PM
    @ nur - Wenn das so ist, warum bist du dann immer noch hier: Um zu schreiben, daß du nicht schreibst? - sehr witzig!
  14. LeezaJuly 06, 2007 @ 06:04 PM
    @ Salim Ich verstehe ihre anhaltenden Beleidigungen nicht. Haben sie je ein Wort der Beleidigung von mir gelesen oder einen Vorwurf, der Sie in irgendeiner Weise persönlich angreift?

    Sie werfen Formulierungen in den virtuellen Raum, die einer Erklärung bedürfen. Ich sehe an der Frage, warum genau ausgerechnet die Anhänger ihrer religiösen Ausrichtung dagegen gefeit sind, Terroristen zu werden.

    Ich empfinde es als unverschämt, wenn sie auf derartige Fragen gar nicht eingehen. Sie ignorieren die Wissbegierde ihrer Leser und bezeichnen dieses anstatt einer sachlichen und informativen Antwort als dumm und unerwünscht.

    Und genau in diesem Sinne meine ich es tatsächlich ernst, das es eine Beleidgung Kants ist, wenn sie im Zusammenhang mit einem solchen verhalten, den großen Philosophen zitieren.

    Ich habe bereits von Beginn an danach gefragt, was Sie persönlich unter dem Begriff des "westlichen Denkens" verstehen. Ich habe unzählige Male auf meinen Blog mit den kritischen Fragen verwiesen, nicht etwa um billige Werbung zu machen, sondern weil es mir tatsächlich ein Anliegen ist, in diesen für mich missverständlichen Punkten, Aufklärung zu erfahren.

    Ich habe sie nicht ein einziges Mal als dumm, überheblich oder unerwünscht bezeichnet. Ich lud sie ein zu einer Auseinandersetzung. Ich weiß nicht, wie Sie ihr eigenes Verhalten bezeichnen würden. Aber ich bin der Meinung, das man seinem Gegenüber die Fragen nach besten Gewissen beantworten sollte und erklärungsbedürftige Sätze nicht ohne Erklärung immer und immer wieder im wortlaut wiederholt.

    Ich bin sicher hartnäckig. Aber eben auch wissbegierig. Sie waren derjenige, der behauptet hat, das es das "westliche Denken" sei, das Terroristen begünstigen würde und das Demokratie und Terrorismus in eben diesem "westlichen Denken" ihren gemeinsamen Ursprung haben. Ich denke es gibt also sehr wohl einige Begriffe zu definieren.

    Ich verstehe nicht im Geringsten, wieso Sie sich dem Dialog verweigern.

    Liebe Grüße, Leeza
  15. HamzaJuly 06, 2007 @ 09:23 PM
    Also, um das Problem, auf das Salim hier aufmerksam zu machen versucht, mal ein wenig auf kleinem Raum zu verdeutlichen: Stellen sie sich vor, ich würde jetzt jeden Versicherten der AOK dazu auffordern, sich endlich vom Terrorismus zu distanzieren...klingt Absurd? Ist es auch, und wenn sie begreifen, das es ebenso Absurd ist von Muslimen so etwas zu verlangen, dann sind wir auf dem richtigen Weg.
  16. SalimJuly 06, 2007 @ 09:25 PM
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    @ Leeza - Der Beitrag, zu dem wir jetzt die Kommentare schreiben, war ein Ausdruck dessen, daß ich es leid bin, als Muslim von anderen verpflichtet zu werden, mich von etwas zu distanzieren, mit dem ich nichts zu tun habe. Daß ich den Terrorismus ablehne, habe ich in diesem Beitrag selbst und an vielen Stellen in verschiedenen Foren deutlich gesagt. Aber ich habe auch deutlich gesagt, warum es logisch widersprüchlich und sachlich unsinnig ist, zu erklären, von etwas Abstand nehmen zu wollen, dem man nicht nahesteht. Von einem Muslim zu verlangen, er sollte sich vom Terrorismus distanzieren, heißt zugleich auch, ihn zwingen zu wollen, damit implizite zu erklären, dem Terrorismus als Muslim schon irgendwie nahezustehen. Ich hatte gehofft, daß vernunftbegabte Wesen verstehen würden, daß eine solche Forderung deshalb unbillig, ja diffamierend ist. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Da kann ich gar nichts machen. lâ hauwla wa lâ quwwata illa billâhi l-alîyi l-azîm. Wenn Sie mir vorwerfen, Fragen, die Sie auf Ihrer eigenen Seite stellen und die mir gar nicht bekannt sind, nicht beantwortet zu haben, kann ich dem nichts entgegenhalten, als nur, daß mir dieser Vorwurf selbst ein Rätsel ist. Und zu welchem Zweck sollten wir über anhängende Fragen reden, wenn Sie die einzige, einfache Frage, um die es in diesem Posting geht, bis jetzt nicht befriedigend beantwortet haben. Man muß einen Schritt nach dem anderen machen. Hier geht es darum, daß ich als Muslim um Verständnis dafür werbe, daß es von Muslimen als Ungeheuerlichkeit empfunden werden muß, wenn Leute glauben, sie als Muslime dazu verpflichten zu dürfen, zu erklären, sie würden sich nun von einer Sache entfernen, der doch gar nicht nahestehen. - Sofern Sie nicht erklären, dafür Verstandnis zu haben, kann ich Sie als Gesprächspartner nicht akzeptieren, weder in Ihrem, noch in meinem Blog.
  17. LeezaJuly 06, 2007 @ 09:43 PM
    Die AOK hat als Grundlage auch kein Grundsatzprogramm in dem äußerst mehrdeutige Stellen in Bezug auf das Zufügen von schweren Körperverletzungen bei Andersversicherten oder Garnichtversicherten vorhanden sind.

    Und es ist auch noch nicht vorgekommen, das sich AOK Mitglieder im Namen von Hippokrates in die Luft gejagt haben, so das Anders- oder Garnichtversicherte Menschen verunsichert wurden.

    Und die AOK hat auch keinen Vorsitzenden, der in seiner Doktrin stehen hat, das die AOK Versicherten all diejenigen hassen, die schlecht über den Gründer der AOK reden.

    Und ich habe auch noch nicht gehört, das die AOK behauptet hat, dass man bei Ihnen als Mitglied dagegen gefeit ist, krank zu werden.

    lg, Leeza
  18. LeezaJuly 06, 2007 @ 09:55 PM
    @ Salimb

    Ich habe Sie mehrmals darauf hingewiesen, dass Sie den Text unter meinem Nick finden. Und Sie haben diese Seite auch angesehen. Nur haben Sie nicht darauf reagiert.

    Ich hatte von Beginn an einige Fragen an Sie, die sie bis heute nicht klar beantwortet haben. Stattdessen wiederholen Sie die Phrase, das ein wahrer Muslim kein Terrorist werden könne und wenn doch, dann nur, weil er durch westliches Denken von wahren Weg abgekommen sei.
    Und ich frage Sie warum? Warum ist ein Moslem ihrer Glaubensausrichtung dagegen gefeit? Und ich frage was verstehen Sie unter dem westlichen Denken, das Terrorismus erzeugt? Und ich frage Sie warum haben Terrorismus und Demokratie dieselben Wurzeln?

    Und ich frage Sie, warum Sie von mir fordern, das ich zuerst eine Frage von Ihnen beantworte, wenn all die Fragen an Sie seit meinem ersten Posting hier noch offen sind.

    Ich persönlich sehe es nicht als ungeheurlich an, das ich mich als westlich denkender Mensch ganz entschieden gegen undurchsichtige Machenschaften in der Kirche einsetze und jede Gewalt im Namen der Bibel verurteile wo immer ich darauf stoßen werde.

    Und ich habe kein Problem damit die Grundlagen meines persönlichen Glaubens anderen Menschen zu erklären, wenn diese mich danach fragen.
    Gerne erkläre ich einem Fragenden, warum ich persönlich für mich aufgrund meiner Glaubensgrundlage sehe, das keine Hauch von Gewalt mit der Bibel gerechtfertigt werden kann.

    Ich bin jederzeit bereit Rechenschaft abzulegen in klaren und direkten Antworten. Mit der Betonung auf meine persönliche Sicht.

    Und wenn ich sehe, das andere im Namen meines Glaubensgrundsatzes Gewalt ausüben, dann gehe ich zu diesen Menschen und sage Ihnen, dass sie falsch handeln und versuche sie nach meiner Sicht aufzuklären. Das sehe ich als meine Pflicht an.

    lg, Leeza
  19. SalimJuly 06, 2007 @ 11:52 PM
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    @ Leeza - Sie fragen, warum ich auf der Beantwortung meiner Frage bestehe, bevor ich mich Ihren Fragen zuwende? - Die Antwort lautet: Weil mit diesem Beitrag auch diese Frage allen späteren Kommentaren dazu vorausgeht. Man muß einen Schritt nach dem anderen machen. Wie ich schon sagte: Hier geht es darum, daß ich als Muslim um Verständnis dafür werbe, daß es von Muslimen als Ungeheuerlichkeit empfunden werden muß, wenn Leute glauben, sie als Muslime dazu verpflichten zu dürfen, zu erklären, sie würden sich nun von einer Sache entfernen, der doch gar nicht nahestehen. - Sofern Sie nicht erklären, dafür Verstandnis zu haben, kann ich Sie als Gesprächspartner nicht akzeptieren, weder in Ihrem, noch in meinem Blog. Sollte ich in ihrem folgenden Posting wieder eine abschweifende Ausrede hören, sie es also ablehnen, sich einmal dieser grundlegenden Frage zu stellen, betrachte ich das ohnehin kurz gewesene Gespräch mit Ihnen als beendet. Verstehen Sie: Dann hat es einfach keinen Zweck. Als fauler Mensch hasse ich alle Arbeit, die sich im Nachhinein als überflüssig herausstellt.
  20. LeezaJuly 07, 2007 @ 10:14 AM
    @ Salim

    Ich habe bereits in unterschiedlichen Formulierungen klargemacht, warum in Bezug auf den Islam und die Verbindung dieser Religion zur Gewalt und Terror bei vielen Menschen ein Misstrauen besteht.

    Sie schaffen dieses Misstrauen nicht aus der Welt, in dem Sie eine Seite betreiben, auf der Sie zum einen ohne jede weitere Erklärung behaupten, dass die Anhänger ihrer Glaubensrichtung dagegen gefeit seien, Terroristen zu werden und zum anderen sagen, das es tatsächlich das "westliche Denken" sei, das Menschen dazu bringen würde, sich dem Terror zu verschreiben.

    Die Frage an Sie, warum das so sei und wie Sie die unterschiedlichen Begriffe wie "Terror" und "westliches Denken" definieren ist mehr als legitim.

    Für viele Menschen ist es fraglich, ob der Koran nicht erst einmal grundsätzlich die Grundlage zur Gewaltanwendung gibt, sie vielleicht sogar anordnet, und dass es lediglich die persönliche Entscheidung eines Moslems ist, ob und wie er das auslebt. Das ist es, was die Menschen verunsichert. Und das hat auch nichts damit zu tun, das diese Menschen dumm sind oder an einer Islamphobie leiden

    Natürlich ist es nicht angenehm, wenn man in einen Verdacht gestellt wird. Aber hier wird niemand verdächtigt. Sie hängen sich an dem Begriff zur Erklärung einer Distanz auf. Wenn Sie davon ausgehen, dass man eine Distanz zu einer Sache nur dann erklären könne, wenn man dieser Sache einmal nahegestanden habe, dann versuchen Sie mal es mit den Augen der verunsicherten Menschen zu sehen, die das Gefühl haben, das die Nähe zur Gewalt, zum Terror, bereits durch die Glaubensgrundlage des Korans und der Hadithen hergestellt wurde.
    Diese Verunsicherung wird regelmäßig durch Muslime verstärkt, in dem diese im Namen Allahs Bomben zünden, zur Gewalt aufrufen, Ungläubige beschimpfen und Terroranschläge verherrlichen.

    Die Menschen wollen wissen, wie ein Moslem zu diesen Dingen steht. Wenn Sie der Begriff "Distanz Erklären" stört, dann nennen Sie es "Standpunkt vertreten", "Position klarmachen", "Stellung beziehen".

    Das ist durchaus etwas Positives. Man sendet damit ein Signal an die fragenden Menschen und an jene, die im Namen der jeweiligen Religion falsches tun.

    Ich habe Verständnis für das Ablehnen falscher Beschuldigungen. Aber wie ich bereits oben schrieb, ich erwarte von anderen Menschen nichts, das ich nicht auch selbst tue und tün würde.

    Auch der christliche Glaube steht bei vielen Menschen in Misstrauen. In vielen Bereichen zurecht, da Institutionen in seinem Namen Verbrechen begangen haben und sehr großes Unrecht taten. Nehmen Sie die Kreuzzüge. Viele haften das dem christlichen Glauben ansich an und trennen nicht Glaubensgrundlage von Institution, die einen Missbrauch betrieb. Auch heute noch wird vereinzelt Missbrauch im Namen des christlichen Glaubens betrieben, wenn auch eher im privaten Bereich. Nichts desto trotz kommen Menschen oftmals psychisch zum Schaden.

    Ich bin jederzeit bereit Stellung zu beziehen, meinen Standpunkt klar und deutlich zu vertreten und kann mich dabei frei von Zwang fühlen. Weil es mir einfach eine herzensangelegenheit ist, Klartext zu reden. Auch wenn es mich selbst betrifft.

    Vertreten Sie ihren Standpunkt. Erklären Sie ihn in einem Dialog. Ich bin mir sicher, das wäre für viele Menschen interessant und aufklärend.

    lg, Leeza
  21. IbiJuly 07, 2007 @ 04:48 PM
    Hallo Leeza! Du hast keine Ahnung, was Islam ist. Nutze die Chance, um es Dir von Muslimen erklären zu lassen. Dazu muß man auch erstmal zuhören können und seine Vorurteile mal beiseite schieben. Falls Du dazu nicht bereit bist, frag ich mich, warum Du Dich mit diesem Thema eigentlich so eifrig beschäftigst.
  22. LeezaJuly 07, 2007 @ 06:06 PM
    Langsam wird es, freundlich ausgedrückt, ein wenig absurd. Denn was ich hier von Beginn an mache ist: Fragen stellen.

    Eine dieser Fragen ist: Warum sind Anhänger der "Ahlus Sunnah wa al Jammah" dagegen gefeit, Terroristen zu werden.

    Eine andere Frage ist: Was ist hier mit westlichen Denken gemeint? Noch eine Frage ist: Warum begünstigt dieses westliche Denken Terrorismus?

    Bis jetzt wurde nicht einmal versucht diese Fragen zu erklären. Stattdessen wurde versucht zu erklären warum Muslime nichts erklären müssen.

    Ich würde ja gerne die Chance nutzen, wenn man mir erst einmal antworten würde. Aber anstatt gewissenhaft auf meine Fragen zu antworten, werde ich als dumm, ungebildet und unerwünscht erklärt. Und jetzt soll ich auch noch lernen zuzuhören

    Ich habe niemanden beleidigt und niemanden beschuldigt. Ich stelle Fragen und warte auf klare Antworten. Ich frage mich was daran so schwer sein soll. Lg, Leeza
  23. Abd al-HafidhJuly 08, 2007 @ 05:56 PM
    786 @Leeza Eine ausführliche Darlegung der Position der Ahl Sunna wa l-Jama'a zur Gewaltanwendung gegen Zivilisten und andere in diesem Zusammenhang wichtige Fragen findet sich in der Abhandlung: "Verbot von Angriffen auf Zivilisten" von Scheikh Muhammad Akiti al-Afifi. Mit Friedensgrüssen, Abd al-Hafidh
  24. LeezaJuly 09, 2007 @ 10:18 AM
    Vielen Dank für den Hinweis. Das werde ich mir ansehen. Andere Fragen an Salim stehen noch offen im Raum. Lg, Leeza
  25. LeezaJuly 09, 2007 @ 10:19 AM
    Nur um einen Fehler zu beheben.
  26. HamzaJuly 09, 2007 @ 10:42 AM
    @ Leeza:"Die AOK hat als Grundlage auch kein Grundsatzprogramm in dem äußerst mehrdeutige Stellen in Bezug auf das Zufügen von schweren Körperverletzungen bei Andersversicherten oder Garnichtversicherten vorhanden sind." Also, so langsam drängt sich mir der Eindruck auf, Sie wollen den Koran (und mich nebenbei auch) umbedingt falsch verstehen. Zum Thema, warum Muslime sich nicht erklären müssen, im Unkehrschluß warum müssen sie es Ihrer Meinung nach den doch tun? Im islamischen "Grundsatzprogramm" steht ebenfalls nichts davon, den nächstbesten öffentlichen Nahverkehr zu Bombardieren...eine Anleitung zur Selbstverteidigung hingegen sehr wohl, der niemand ernsthaft widersprechen würde. Wenn sie Muslime dazu auffordern umbedingt Stellung zu beziehen, gegen diese Dinge, implizieren Sie damit ja, Muslime würden, wenn schon nicht selber teilnehmend, so doch stillschweigend solche Verbrechen gutheißen. Gegen diese Diffarmierung wehren wir Muslime uns jetzt schon so lange...offenbar erfolglos. Denken Sie daran, das alleine die Art dieser Fragestellung in sich bereits einen Vorwurf enthält, der nur dazu geeignet ist, bestehenden Irrglauben und Vorurteile zu bestätigen...egal wie die Antwort am Ende lautet.
  27. LeezaJuly 10, 2007 @ 07:57 AM
    Es gibt eben einige Punkte, die missverständlich sind. Es finden sich durchaus Stellen im Koran, die als Aufruf zur Gewalt gemeint sein könnten. Und wie sie es ja tagtäglich erleben, sind es scheinbar Muslime, die diese Stellen angeblich falsch auslegen und geziehlt Ungläubige in die Luft jagen.

    Es ist also eigentlich ein Unding, das Misstrauen der Atheisten, Christen und anderen Nicht-Muslime nicht zu vestehen, wenn es doch Muslime sind, die sich im Heiligen Krieg befinden. Denen müssten Sie den Islam erklären. Und diese Stellen im Koran sind scheinbar so missverständlich, das es sogar eine Fatwa gab, die diese Stellen zumindest für die Ahl Sunna wa l-Jama'a erklärt. Was ist aber mit den Schiiten und den anderen 3 Strömungen der Sunniten?

    Wenn ausgerechnet der Islam dafür geeignet zu sein scheint, ihn falsch zu verstehen, ist es kein Wunder, das es Misstrauen gibt.

    Die Diffamierung findet nicht im Misstrauen statt, sondern wenn, dann durch diejenigen, die sich im Namen Ihrers Glaubens zusammen mit Zivilisten in die Luft jagen.

    Es war islampress.de, wo zu lesen war, dass die Anhänger der Ahlus Sunna wa al Jammah dagegen gefeit seien, Terroristen zu werden. Und da es dort ohne jede Erklärung stand, drängt sich die Frage "warum?" doch gerade zu auf. Stellt man aber diese Frage, bekommt man keinerlei oder nur zögerlich Antwort.

    Anstatt, dass hier eine Seite geführt wird, die sich dem Dialog widmet, der Aufklärung und der Antworten, findet man hier nicht nur die verworrensten Verschwörungstheorien in denen brutale Terroranschläge den westlichen Geheimdiensten zugeschrieben werden und die Demokrate verteufelt wird.

    Es kann doch nicht sein, das man so viel "Energie" dafür aufbringt zu erklären, das man nichts erklären will, sich dem Thema Terror aber dann auf eine andere Weise widmet. Nämlich in dem man nicht nur behauptet, das die Ahlus Sunna wa al Jammah dagegen gefeit sei, sondern das es überhaupt gar keine islamistische Terroranschläge gibt und das es das westliche Denken sei, das Terroristen schafft.

    Das sind durchaus erklärungswürdige Aussagen. Und zu guter Letzt bleibt immer die Frage was definiert man überhaupt als Terror und was definiert man als Selbstverteidigung. Wo setzt man die Grenzen? Solche Standpunkte muss jeder Mensch egal in welcher Religion irgendwann einmal klarstellen. Es kann aber nicht sein, das sich Muslime von diesen Fragen mehr berührt fühlen als von den tatsächlichen Anschlägen und das sie zu diesen Fragen schweigen aber ansosnten die verworrensten Verschwörungstheorien verbreiten. Das ist nicht gut für die Glaubwürdigkeit. Und um genau diese geht es.
  28. LeezaJuly 10, 2007 @ 08:30 AM
    Und noch etwas: Auch Christen müssen sich regelmäßig rechtfertigen. Man wirft die Kreuzzüge, die Hexenverfolgung und viele andere Dinge nicht nur der Institution "Kirche" vor, sondern auch dem christlichen Glauben ansich. Und ich sehe meine Aufgabe auch darin zu erklären, warum genau man die Bibel missbrauchen muss und Lügen muss, um Gewalt mit ihr zu rechtfertigen. Und das obwohl die Kreuzzüge lange lange zurückliegen.

    Der Islam schüttelt den Terrorismusverdacht nicht ab, in dem die "friedlichen Muslime" sich beleidigt oder Stolz geben. So funktioniert keine Aufklärung. Das mindeste, was Muslime machen sollten, wäre in die islamischen Länder gehen und dort eine Aufklärung betreiben. Sie sollten sich in Namen ihres Glaubens massiv gegen diejenigen engagieren, die diesen Glauben für Gewalt missbrauchen. Es kann in dieser Angelegenheit keine schweigende Negierung geben, wenn die angebliche Minderheit so laut ist. Geht es um Mohammad-Karikaturen oder Salman Rushdie können Muslime zum Ausdruck bringen, wie sehr ihre religiösen Gefühle verletzt wurden, sprengen sich Islamisten mit Zivilisten in die Luft entscheiden sie sich zum schweigen.

    Das wird so nicht funktionieren. Sie haben es hier mit denkenden Menschen in einem aufgeklärten Abendland zu tun und man ist misstrauisch gegenüber jeder Religion. Erst recht wenn einige es in deren Namen so richtig krachen lassen und die angeblich friedliche Mehrheit dazu schweigt.

    Außern Sie dieselbe Empörung, die Sie angesichts der Mohammad Karikaturen haben.

    Und Herr Spohr: Wenn Sie sich regelmäßig über den Innenminister empören können, legen sie doch gleich einen Artikel nach, in dem sie sich über die Terroristen empören und diejenigen Staatsmänner, die die Hisbollah und Hamas unterstützen. Das wäre nicht nur fair und ausgewogen, es wäre thematisch angemessen und durchaus glaubwürdig.
  29. HamzaJuly 10, 2007 @ 09:08 AM
    @ Leeza: Ich verstehe sie gut, mein Apell an meine Glaubensbrüder ist immer wieder:Bringt die Muslime wieder zum Islam, den Islam in die Muslimischen Länder. Islam bedeutet Bildung, Gerechte verteilung zwischen Armen und Reichen, gleichbehandlung von Mann,Frau, Schwarzen, Weisen, Behinterten, unbequemen Zweiflern und vor allem bedeutet Islam Toleranz...man kann niemandem die Liebe Gottes "einprügeln"! Das sind die Grundwerte die Mohammed(saw) uns gepredigt hat! Nicht falsch verstandenen Stolz auf Leistungen die unsere Vorfahren (vielleicht) erbracht haben... Stolz ist die Nahrung des Nafs (Ego,Selbstherrlichkeit...), und vernebelt den Glauben...
  30. SalimJuly 10, 2007 @ 09:11 AM

    test

  31. LeezaJuly 10, 2007 @ 01:26 PM

    Wo auf der Welt wurde dieses “Ideal” verwirklicht?

  32. HamzaJuly 11, 2007 @ 08:30 AM

    Re: Leeza
    Im Mekka des 6. und 7. Jahrhunderts…und in jedem Haushalt, der aus Gläubigen besteht…prophezeit ist ebenfalls, daß der Islam in einem Zeitalter, wo er sehr stark sein wird, ein leuchtendes Beispiel an Güte sein wird für alle Menschen. Inshalla werden wir das noch erleben…

  33. LeezaJuly 11, 2007 @ 09:48 AM

    Genau das ist es, was mich stört. Einerseits wird (oftmals stolz) auf die friedliche Masse der Muslime hingewiesen, die stetig wächst und schon ca. 1,3 Milliarden Menschen ausmacht.

    Geht es aber um die Frage, wo denn der wahre Islam wirklich gelebt wird, beschränkt es sich auf Aussagen wie “in jedem Haushalt, der aus Gläubigen besteht”.

    Es ist der Islam, der keine Trennung von Religion und Staat macht. Und genau deswegen Frage ich mich, wo der Umbruch in der islamischen Welt bleibt, wenn es wirklich so viele Haushalte sein sollen. Ich habe das Gefühl, das die Haushalte, die sich wirklich klar und deutlich gegen Gewalt aussprechen und diese auch nicht stillschweigend dulden und rechtfertigen, dass diese Haushalte äußerst selten sind.

    Anders kann ich mir, angesichts von Terror, das Ausbleiben von Empörung nicht erklären. Neben dem Mob, der sich durch die Mohammad-Karikaturen in seinen religiösen Gefühlen beleidigt fühlt, fehlt mir die friedliche Masse, die sich durch Gewaltanwendung im Namen Allahs in ihren religiösen Gefühlen beleidigt fühlt und dies offen ausspricht und eine Aufklärung der gesamten islamischen Welt anstrebt. Bei einer Masse von 1,3 Milliarden friedlicher und wahrer Gläubiger sollte das ein leichtes sein.

    Und es ist nicht hinnehmbar, das ein Publizist Dinge in den Raum stellt und nicht bereit ist, diese zu erklären. Glaubwürdigkeit ist dadurch nicht gegeben. Es bleiben weiterhin offene Fragen.

  34. dossoJuly 11, 2007 @ 11:34 AM

    Muslime aufzufordern, sich vom terrorismus zu distanzieren, ist in der tat nur dann sinnvoll, wenn diese muslime sich tatsächlich bereits in der nähe terroristisch-faschistischer positionen bewegen. Z.B. die träger jener plakate auf der londonewr anti-karikaturendemo, auf denen es etwa hieß: “kill those who insult islam!” Die aufforderung zur distanzierung ist gleichbedeutend mit der einräumung einer kurzen bedenkzeit, von derartigen positionen wieder abstand zu nehmen und sich damit z.b. dem zugriff einer strafverfolgungsbehörde entziehen zu können. Viel wichtiger scheint mir, die muslimischen empörungskollektive dazu aufzufordern, nicht nur ritterschläge und karikaturen öffentlich-demonstrativ zu verdammen, sondern auch die zerstörungen von buddhistischen großplastiken oder die steinigung von teenagerinnen wg. angeblicher sexueller “verfehlungen”. Eine derartige positionierung der muslime ohne ansprache von ausserhalb würde distanzierungsaufforderungen weitgehend verstummen lassen. Ich würde mich im ausland auch nicht gerne bitten lassen, mich von neonazis zu distanzieren. Wenn ich gefragt werde, wie ich zu nazis stehe, werde ich klar machen, daß ich mich nicht zu distanzieren brauche – weil ich ihnen nicht nahestehe. Hier ist spohr recht zu geben.

  35. HamzaJuly 11, 2007 @ 11:42 AM

    Wieso “Beschränkt” auf die Haushalte? Die sind es doch die erreicht werden müssen…wenn sie erreicht worden sind, ist das Ziel erreicht. Was sie sich offenbar zu verstehen weigern ist, daß eine Gesellschaft die tatsächlich im Islam lebt, keinen Staat braucht. Sehen sie sich den Jemen an, dort leben die Menschen in einem Staat, der sich darauf beschrenkt die äusseren Grenzen zu sichern, und die sonstige Administration dezentral (haupsächlich über die Moscheen) läuft. Eine gut aufgestellte Mosche ist mehr als “nur” ein Gotteshaus. Es ist Schule, Waisenhaus, Armenküche, Notobdach, Universität, Rathaus, Gerichtssaal, Spielplatz, Krippe, Ambulanz… die Liste würde noch länger werden.

    Was hier im Westen schief läuft, ist der Gedanke, das die Fehler von anderen Leuten, unsere eigenen Vorgehensweisen irgendwie bestätigen…
    Der “Umbruch” in der Islamischen Welt…das habe ich schon so oft gehört…was soll das den sein, mal ganz konkret gefragt? Die Einführung der Demokratie?
    In Palästina ist vor kurzer Zeit frei und Demokratisch gewält worden…und was war? Keines der Westlichen Länder wollte das Ergebniss akzeptieren, weil die Leute den Islam als ihre treibende Kraft in der Gesellschaft gewält haben. Stellen sie sich das mal wo anders vor, die Deutschen würden auf einmal alle Handels- und Diplomatieverbindungen mit Amerika abbrechen, weil wir die Leute nicht leiden können die dort gewählt worden sind…
    Kommen sie doch mal auf den Boden zurück, die Muslime haben Schwierigkeiten, klar das sehe ich auch, die “Westler” haben Schwierigkeiten, auch das sieht jeder, aber das Problem des Westens sind nicht die Muslime. Dieses Gerücht wird von Menschen am Leben gehalten, die daran Geld verdienen, daß wir uns gegenseitig in die Pfanne hauen…

  36. LeezaJuly 11, 2007 @ 11:44 AM

    In der Türkei jedenfalls scheinen die “wahren Muslime” in der absoluten Minderheit zu sein.

    Laut jüngster Polizeistatistik wird in der Türkei alle drei Minuten eine Frau geschlagen oder misshandelt. Die Zahl der weiblichen Opfer ist um 76 Prozent auf rund 73.000 gestiegen.

    Über Dunkelziffern braucht man nicht mehr zu reden. Erstmals hat die türkische Polizei eine genaue Statistik über Gewalttaten gegen Frauen angefertigt. Die Untersuchung umfasst den Zeitraum 2005 und 2006. Demnach wird in der Türkei alle drei Minuten eine Frau geschlagen oder misshandelt. Insgesamt registrierte die Polizei in den beiden Jahren mehr als 333.000 “mit Gewalt verbundene Straftaten” gegen Frauen.

    Allein im vergangenen Jahr wurden 842 Frauen getötet.

    Und jetzt würden mich die Statistiken über Saudi Arabien, Pakistan, Jemen, Iran, Syrien, Libanon, Ägypten, Bahrain, Katar, Oman, Vereinigten Arabischen Emirate, Tunesien, Algerien, Marokko, Mauretanien, Sudan, Somalia, Eritrea, Dschibuti, Palästinensische Autonomiegebiete interessieren.

    Ich bitte alle Leser und Autoren dieses Blogs solche Statistiken zu prüfen und zu veröffentlichen. Es ist kaum zu ertragen, was ein Autor dieses Blogs für widersprüchliche Artikel veröffentlicht. Dafür, das hier das Thema “Terrorismus” eines der Hauptbestandteile ist, bleibt es mir ein absolutes Rätsel, warum der Autor sich weigert zu erklären, warum ausgerechnet das “westliche Denken” den Terrorismus begünstigt und wieso Terrorismus und Demokratie dieselben Wurzeln haben. Ich möchte den Autoren darum bitten, endlich für Aufklärung zu sorgen. Ein derartiges Verhalten sollte nicht nur bei “Kafir” für Misstrauen sorgen, sondern bei jedem denkenden Menschen.

    Ich verlange doch nichts unmögliches. Wie kann man in diesem Blog dazu aufrufen der öffentlichen Wahrnehmung der Muslime dadurch Frische und Lebendigkeit und jene Schönheit zu geben, wenn man sich dann dem ehrlichen Dialog verweigert.

    Die islamische Spiritualität hüten und pflegen sollte das Ziel dieses Blogs sein. Wenn aber anstelle des Dialoges Beleidigungen und Verweigerung tritt, dann ist es entweder um die islamische Spititualität nicht so gut gestellt oder das Ziel wurde grandios verfehlt.

    Wie vielleicht den Lesern aufgefallen ist, geht es mir nicht darum, den Islam zu diskreditieren, sondern ich hatte von Beginn an relativ einfach zu beantwortende Fragen, da mir Widersprüche aufgefallen sind. Und seitdem ich diese Fragen stellte, wurden ehrliche und direkte Antworten vom Autoren verweigert.

  37. LeezaJuly 11, 2007 @ 11:57 AM

    @ Hamza

    Können Sie als Moslem eine Regierung in Palästina aktzeptieren, die dafür verantwortlich ist, das Zivilisten geziehlt in die Luft gejagt werden? Und jetzt kommen Sie nicht damit, das Amerika ja schließlich Krieg führen würde. Krieg ist Krieg und geziehltes in die Luft jagen von Zivilisten ist Terror. Wenn Sie anderer Meinung sind, dann definieren Sie bitte, was genau Sie unter Terror verstehen damit überhaupt klar wird gegen und für was Sie und andere Muslime sind oder nicht sind

    Was soll an der drohenden Hinrichtung für Homosexuelle im Jemen friedlich-islamisch sein, was ist an Folter und politisch motivierter Verhaftung im Jemen islamisch und sind 100 Peitschenhieben wegen Homosexualität im Sinne Allahs?

    Mit Einführung der Aufklärung meine ich Trennung von Religion und Staat, Gleichwertigkeit von Mann und Frau und sexueller Orientierung, Religionsfreiheit ohne Unterdrückung und absolut jede Freiheit, die in den universalen Menschenrechten und Bürgerrechten festgeschrieben ist.

    Alles in allem geht es darum, einen klaren Standpunkt zu vertreten! Das sollte nicht so ein Krampf sein, wie er hier seit Entstehung des Blogs betrieben wird. Mit einer Aufklärung hat das nichts zu tun. Es kann doch nicht sein, das man unzähliche Male dazu auffordern muss, in den Raum gestellte Begriffe klar zu definieren, damit man weiß worum es überhaupt im Detail geht und was die Autoren meinen.

    Ich wünsche mir Klarheit.

  38. HamzaJuly 11, 2007 @ 01:37 PM

    @Leeza
    Ihr Problem scheint zu sein, das die “Widersprüche” die Sie entdeckt zu haben meinen keine sind, sie das aber nicht akzeptieren können, weil sie dann zugeben müßten, das Sie die Fehler anderer Leute nicht als Entschuldigung für das eigene Fehlverhalten umdeuten können.

    Diesen Spieß können wir auch gerne umdrehen, ich nehme Sie jetzt mal in die Pflicht, erklären sie mir doch mal, warum in Polen (genaugenommen in Warschau) vor kurtzem eine Demo der Homosexuellen, für ihre verbürgten Rechte, auseinandergeknüppelt worden ist, und niemand hier das irgendwie mit dem Christentum in Verbindung bringen möchte?
    Statistiken? Kein Problem. In Deutschland, dieser ach so unglaublich gut funktionierenden Demokratie, leben mehr als die Hälfte aller Kinder in Armut. Die häufigste Todesursache bei Kleinstkindern ist mittelbare oder unmittelbare Misshandlung. Trotz enorm steigenden Einnahmen sind die Ausgaben für Bildung und Versorgung stetig weiter gesunken. (In der EU wird jede einzelne Kuh mit mehr Subventionen bedacht, als jeweils zwei Kindergartenplätze kosten würden, inklusive einer täglichen warmen Mahlzeit)
    Ebenfalls ganz toll, Millardenbeträge werden von Steuerzahlern aufgebracht, mit der guten Absicht Entwiklungshilfe in sonstwo zu fördern, die unsere lieben Saubermänner aus der Politik dann schmunzelnd genau den Leuten zukommen lassen, die eben dafür verantwortlich sind, das die Entwiklung nicht stattfinden kann.
    Berge von Lebensmitteln verfaulen auf Halden, mitten in Europa, weil die übersubventionierte Landwirtschaft sich weigert den Konkurenzkampf mit den (oftmals besseren) Produkten aus den anderen Weltregionen aufzunehmen.
    Eine Definition von Terror wollen sie haben? Terror ist die systematische Zermürbung des Willens von Einzelpersonen, oder Gesellschaften, durch sich dauernd wiederholende Akte von Gewalt, psychischer oder physischer Art, mit dem Ziel den Stresspegel der Zielpersohnen, permanent so hoch zu halten, bis sie nicht mehr in der Verfassung sind organisiert, gezielt und durchdacht zu handeln; oder sie in einen Zustand zu bringen, in dem der Stresspegel so hoch ist, das alle anderen Faktoren keine Rolle mehr spielen, und das Individuum bereit ist jedem Impuls nachzugeben, der eine Beendigung des Terrors in Aussicht stellt.
    Stalking, Folter, Krieg, Verleumdung, Mobbing und Vertreibung sind ebensolche Formen von Terror.
    (Einen Krieg gegen den Terror zu führen ist etwa so, als würde ein Arzt den Patienten umbringen, damit seine Tumore nicht weiter wachsen…)

    Wenn sie sich tatsächlich Klarheit wünschen, dann nehmen Sie Distanz zu ihren eigenen Ansichten, und prüfen sie diese auf ihre Substanz…

    Jede Staatsform ist Anfällig für Missbrauch, wer das nicht einsieht, befördert diesen Zustand noch weiter.

  39. LeezaJuly 11, 2007 @ 04:05 PM

    Erklären sie mir doch mal, warum in Polen (genaugenommen in Warschau) vor kurtzem eine Demo der Homosexuellen, für ihre verbürgten Rechte, auseinandergeknüppelt worden ist, und niemand hier das irgendwie mit dem Christentum in Verbindung bringen möchte?

    Da irren Sie gewaltig. In Polen herrscht großenteils eine agressive Haltung gegenüber homosexueller Menschen und diese Haltung wird durchaus mit der Bibel, dem katholischen Glauben, gerechtfertigt. Ich halte diese Stimmung und jede Gewalt gegen Homosexuelle für absolut unbiblisch und kann meine persönliche Sicht bei Anfrage auch erklären. Selbstverständlich verurteile jede, aber auch absolut jede, Anwendung von Gewalt im Namen der Bibel oder des christlichen Glaubens ganz egal gegen wen sich diese Gewalt richtet.

    Desweiteren sind diese Aktionen gegen Homosexuelle in Polen nicht dasselbe wie eine staatliche Strafverfolgung und anschließende juristische Verurteiling zu 100 Peitschenhieben oder gar zu einer Hinrichtung. Homosexuelle wurden in Polen von der Polizei geschützt. Sagen Sie mir, wenn dies auch im Jemen der Fall sein sollte.

    Statistiken? Kein Problem. In Deutschland, dieser ach so unglaublich gut funktionierenden Demokratie, leben mehr als die Hälfte aller Kinder in Armut. Die häufigste Todesursache bei Kleinstkindern ist mittelbare oder unmittelbare Misshandlung.

    Deutschland behauptet auch nicht von sich ein Staat zu sein, der das christliche Weltbild umsetzt. Die Missstände in Deutschland und anderen Teilen der westlichen Welt werden tagtäglich diskutiert und bearbeitet. Deutschland nimmt für sich nicht in Anspruch das hohe Ideal eines Gottesstaates umgesetzt zu haben und wird dies auch nie tun. Die Missstände werden klar beim Namen genannt und es wird nicht versucht das mit irgendwas zu rechtfertigen und schon gar nicht mit Gott

    Und erzählen Sie mir nichts von Unverhältnismäßigkeiten zwischen Armut und Wohlstand und einem verschwenderischen System. Während sich die Menschen in den Ölemiraten ein Auto und ein Hotel nach dem anderen kaufen und die jungen Männer in Saudi Arabien ihre neuesten Einkäufe aus reinstem Spaß kaputt fahren, leben ihre Glaubensbrüder in “Palästina” im Elend.

    Niemals habe ich gesagt, das der Westen vollkommen sei. Und auch niemand anderes tut dies. Sie hingegen behaupteten, das der Islam eine perfekte Gesellschaft möglich macht. Und ich fragte Sie, wo in der Welt ist dieses Ideal auch nur ein einziges Mal zu finden.

    Terror ist die systematische Zermürbung…

    Auch Sie haben ein Talent um den Kern herumzureden. Wieso gibt es von Muslimen eigentlich so selten klare Worte. Wenn wir hier von Terror sprechen, und da müssen Sie sich nur die auf diesem Blog geposteten Hauptartikel ansehen, dann geht es um das geziehlte in die Luft jagen von Zivilisten. Und genau das tut auch die Hamas! Also reden sie nicht drumherum! In diesem Kontext geht es um das geziehlte Töten von Zivilisten, die niemand fragt, wie deren Einstellung oder Glauben ist, bevor die Bombe gezündet wird!

    Wenn sie sich tatsächlich Klarheit wünschen, dann nehmen Sie Distanz zu ihren eigenen Ansichten, und prüfen sie diese auf ihre Substanz…

    Ich stelle Fragen und bekomme keine Antworten. Wären meine Fragen von Beginn an einfach beantwortet worden, gäbe es keine Diskussion mehr.

    Meine Fragen waren:

    1. Was genau meint der Autor mit “westlichen Denken”.

    2. Warum haben Demokratie und Terror dieselben Wurzeln?

    3. Wie verhält es sich mit der Aussage, das nur vom westlichen Denken geprägte Muslime Terroristen werden können, wenn sich der Islam ausgerechnet im westlich denkenden Westen verbreitet?

    4. Warum werden diese Fragen nicht mit klaren Worten beantwortet?

    Jede Staatsform ist Anfällig für Missbrauch, wer das nicht einsieht, befördert diesen Zustand noch weiter.

    Ja da stimme ich Ihnen zu. Und angesichts der islamisch-arabischen Welt scheint die Staatsform, in der Religion (Islam) und Staat nicht getrennt sind, besonders anfällig für Missbrauch zu sein. Ich nannte ihnen ganz konkrete Missstände, weil sie sagten, das Ideal des friedlichen Islam in jedem Haushalt umgesetzt sei, in dem Gläubige leben würden.

    Wenn dem aber so ist, dann gibt es in der Türkei scheinbar so gut wie keine Gläubigen und somit auch keinen wahren Islam. Und wenn man sich die anderen arabischen Staaten ansieht, kommen da aufgrund ihrer Aussage berechtigte Zweifel.

    Missstände gibt es in der westlichen Welt sehr viele. Natürlich. Und nichts davon würde ich rechtfertigen. Ein wichtiger Unterschied zur arabischen Welt ist aber, das es hier alles dokumentiert wird und zu fast jeder Angelegenheit auch Zahlen existieren und das der Westen bei all seinen Freiheiten auch zu seinen Schwächen steht und nicht stur behauptet, einen idealen Gottesstaat zu verkörpern.

    Diese Fragen stelle ich seit Beginn an und es werden Antworten verweigert. Hier finden sie dieselben Fragen anders formuliert.

  40. HamzaJuly 12, 2007 @ 07:58 AM

    Re: Leeza Alle ihre Fragen wurden beantwortet, Sie erkennen das nicht, weil Sie nicht die Antworten gehört haben die Sie gerne hätten…

    Was für eine Antwort erwarten Sie von mir? Das ich ihnen Recht gebe, und die Existenz Gottes verleugne, nur damit Sie zufrieden sind?
    Wenn sie glauben, die Missstände hier in Eropa wären nicht so schlimm, und “man kümmert sich ja darum”, dann haben Sie noch weniger von der Realität verstanden als ich bisher gedacht habe.
    Fakt ist doch, das der überwiegende Teil aller Probleme auf der Welt, ihren Ursprung in Europa und Amerika haben, und sich noch verschlimmern, weil eben diese Regionen sich selbst für die Lösung halten…
    Der Gedanke das Demokratie eine Staatsform sein kann, die ohne Gott, oder seine Gesetze auskommt, basiert auf der irrigen Annahme, das ein Mensch (oder eben viele) in der Lage ist die ultimative Wahrheit zu erkennen. Auf dem gleichen Irrtum basiert der Terror, bei dem Menschen denken, sie hätten eine Wahrheit erkannt, die nur ihnen exklusiv zur verfügung steht.
    Im Koran wird oft darauf hingewiesen: Die Gläubigen sollen sich von Menschen fernhalten, die behaupten einen Geheimen Ratsbeschluß von Gott zu kennen. Keinem Menschen hat Gott Geheimwissen von sich zukommen lassen. Einer der das behauptet, hat sich aus dem Glauben verabschiedet, sei er nun Guru, Schèik, Papst, Politiker oder ein Mann mit einem Sprengstoffgürtel…

  41. LeezaJuly 12, 2007 @ 10:04 AM

    Was für eine Antwort erwarten Sie von mir? Das ich ihnen Recht gebe, und die Existenz Gottes verleugne, nur damit Sie zufrieden sind?

    Nein, Ich möchte nicht einfach so recht bekommen und erst recht nicht, das jemand seinen Gott verleugnet. Mir geht es darum, dass das, was gesagt wird, konsequent zu Ende gedacht und klar ausgesprochen wird. Ich kann Meinungen stehen lassen, die neben meiner existieren oder ihr entgegenstehen, solange sie konsequent zu Ende gedacht sind.

    Viele heutige Probleme haben ihren Ursprung tatsächlich in beispielweise der europäischen Kolonien. Darin aber die Wurzel des Übels zu sehen, ist nicht konsequent zu Ende gedacht. Denn lange vor den europäischen Kolonien und ganze 460 Jahre vor den Kreuzzügen, begann die isamische Expansion, die durchaus mit dem Schwert geführt wurde und nicht nur Teile des afrikanischen Kontinents unterwarf, bis auch nur ein einziger Europäer seinen Fuß auf diesen Kontinent gesetzt hatte. Der Islam genauso Teil der Probleme, wie andere Ideologien, die sich mit Gewalt ausgebreitet haben. Mit dem Unterschied, dass noch heute im Namen Allahs getötet, eine Welt uter dem Islam angestrebt wird und sich die Friedensbewegung im Westen parallel zu den Kreuzzügen entwickelte, etwas ähnliches in der islamisch-arabischen Welt aber vermisst wird.

    Was mich stört ist die Darstellung, das der real gelebte Islam als absolutes Ideal hochgehoben wird, obwohl es auf der Welt keinen einzigen Staat gibt, der dieses Ideal konsequent und ohne Unterdrückung realisiert. Und man kann den Islam nicht auf einzelne Haushalte beschränken, da es im Islam eben keine Trennung von Religion und Staat gibt. Deswegen frage ich so massiv danach, wo in der Welt es einen islamischen Staat gibt, an dem man sehen kann, wie friedlich und freiheitlich und gerecht eine islamische Gesellschaft funktioniert.

    Und zu behaupten, das Gottlosigkeit der gemeinsame Nenner von Terror und Demokratie ist, ist auch nicht zu Ende gedacht. Denn es war auch die Gottlosigkeit, die dem Westen die Aufklärung gebracht und die Menschen- und Bürgerrechte etablierte, von der Sie, Salim und ich profitieren. Eben genau diese Gottlosigkeit ermöglicht es auch den Muslimen Gotteshäuser zu bauen und eben diese gottlosen Gesetze machen es möglich, das auch Muslime ihre Rechte einklagen können.
    Und genau deswegen ist der gemeinsame Nenner der Gottlosigkeit nicht der ausschlaggebende. Und deswegen war mir die Frage wichtig wieso ausgerechnet das westliche Denken in Kombination mit dem Islam so explosiv sein soll und das westliche Denken in Verbindung mit Buddhismus, christlichen Glauben, Hinduismus und Humanismus nicht derartig geährlich zu sein scheint.

    Ich gebe ihnen Recht, wenn Sie sagen, das die meisten Gesetze der Menschen ohne Gott gemacht wurden und teilweise gottlose Regierungen den Westen beherrschen. Aber für mich ist Religion Privatsache. Ich kann mich an die bestehenden Gesetze halten und habe die Aufgabe auch die staatlichen Gesetze einzuhalten. Ich möchte keinen Gottesstaat haben, weil ich in der Menschheitsgeschichte auch keinen vollkommenen Gottesstaat sehe. Und auch in der arabisch-islamischen Welt gibt es keinen solchen Staat. Und ein weiterer Punkt, der mich stört ist, das die Verantwirtung dafür der Westen tragen soll. Es gibt etwas wie Selbstverantwortung. Ich sehe in der arabischen Welt vereinzelt den Versuch sich von den Regimen abzuschütteln. Am stärksten geht diese Bewegung von den Frauen aus, wie beispielsweise im Iran. Aber sie werden massiv verfolgt. Auch verstehe ich nicht, wie Muslime dem Westen die schuld für die Armut der Palästinenser geben können, wenn die Palästinenser von sämtlichen arabischen Staaten als Waffe gegen Israel vorgeschoben werden aber eigentlich genug Öl-Milliarden besitzen, um jedem Einzelnen Palästinenser ein schönes Haus bauen zu können mit Stipendium an einer Universität oder zur Handwerksschule. Ich berufe mich da auf Aussagen des ehemaligen jordanischen Königs und einem ehemaligen syrischen Ministerpräsidenten. Und was ist mit Darfur? Wo sind die islamisch-arabischen Armeen, die diesem Schlachten Einhalt gebieten?

    Vielleicht aber ist hier genau das, was man “Kampf der Zivilisationen” nennt. Es prallen zwei Ideologien aufeinander. Diejenigen, die die demokratischen Grundfreiheiten für die wichtigste Errungenschaften des Menschenmöglichen halten und diejenigen, die genau das verteufeln, aber sich nach und nach in diese Zivilisation hineinbewegen, ohne aber voll und ganz in ihr aufzugehen, sondern ein anderes Ideal anstreben. Und was das bewirkt, das erleben wir gerade. Es gibt Aufregung.

  42. HamzaJuly 12, 2007 @ 10:50 AM

    @Leeza
    Der Koran ruft Muslime auf, einem ungerechten Herrscher entgegenzutreten, aber dies auf eine Weise zu tun, die nicht mehr Schaden verursacht als Nutzen bringt.
    Mit dem Kommentar, das die Wurzeln des Übels in Europa/Amerika zu suchen sind, spielte ich nicht auf Kreuzzüge/Kolonialherrschaft oder ähnliches an, sondern auf HEUTIGE Politik, die so verlogen ist, das sich die Balken biegen.
    Andauernd muß ich mir anhören wie böse der Islam ist, und was alles schlimmes in seinem Namen passiert. Wenn ich dann mal den Hinweis darauf gebe, das hier auch nicht alles rund läuft, muß ich auf einmal differenzieren…
    Übrigens zum Thema Jemen, die Probleme die Sie oben beschrieben haben, werden eben von diesem Staat durchgeführt, von dem sich die Bevölkerung eben distanziert…Der Staat existiert parallel zur Gesellschaft, die sich lieber selber Verwaltet…und das sehr gut macht.

  43. LeezaJuly 13, 2007 @ 02:13 PM

    Der Koran ruft Muslime auf, einem ungerechten Herrscher entgegenzutreten, aber dies auf eine Weise zu tun, die nicht mehr Schaden verursacht als Nutzen bringt.

    Das bietet doch sehr viel Raum für Interpretation.

    Mit dem Kommentar, das die Wurzeln des Übels in Europa/Amerika zu suchen sind, spielte ich nicht auf Kreuzzüge/Kolonialherrschaft oder ähnliches an, sondern auf HEUTIGE Politik, die so verlogen ist, das sich die Balken biegen.

    Ich habe in der Theodizee-Diskussion bereits diesen Abschnitt geschrieben aber er passt hier genauso gut:

    Haben Sie den Arab Human Development Report von 2005 gelesen? In dem kommt die UN zu dem Schluß, dass die Benachteiligung der Frau die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der Arabischen Welt blockiert. Die Autoren des Berichtes fordern, den Frauen müsse der Zugang zu Bildung, Arbeit, Gesundheitsversorgung und dem öffentlichen Leben erleichtert werden. 98% der Befragten waren der Meinung, dass Mädchen und Frauen bis zur Hochschule die gleiche Bildung genießen sollten wie der männliche Teil der Bevölkerung. Gleichwohl ist im Jahr 2006 noch immer jede 2. arabische Frau Analphabetin. Und wenn ich dann solche Artikel über “Mann und Frau” hier lese, dann ist mir klar, das es sehr wohl der Islam ist, der diesen Fortschritt verhindert. Und wenn dann Muslime auch noch dem Westen die Schuld für ihre Armut und Diktaturen geben, bleibt die Frage wer sich überhaupt noch seines Verstandes bedient. Der Arab Human Development Report wird übrigens seit 2002 jährlich von unabhängigen arabischen Akademikern zusammengestellt.

    Andauernd muß ich mir anhören wie böse der Islam ist, und was alles schlimmes in seinem Namen passiert.

    Ja und zwar zurecht. Denn wo in der Welt wurde das angeblich vohanden Ideal des Islam verwirklicht ohne das Unterdrückung, Verfolgung und Bevormundung herrscht?

    Wenn ich dann mal den Hinweis darauf gebe, das hier auch nicht alles rund läuft, muß ich auf einmal differenzieren…

    Man muss immer genau hinsehen.
    Wie ich schon so oft sagte: Niemand in der Welt behauptet, das Demokratie eine gottgewollte Staatsform ist und niemand behauptet ernsthaft das Demokratie makellos ist.

    Im Gegensatz dazu behaupten Muslime nicht nur, das der Islam die einzig wahre Religion ist, sondern eben auch, das es keinerlei Trennung von Religion und Staat geben kann. Dadurch legen Muslime, bzw. der Islam, den Maßstab selbst fest. Genau aus diesem Grund kann man den Islam sowohl an seiner politischen als auch religiösen und gesellschaftlichen Auswirkung messen.

    Wenn die “Religion des Friedens” durch Ungleichheit und Unterdrückung Fortschritt verhindert und alle 22 arabischen Staaten von autoritären Regimen beherrscht werden, wirft dies ein äußerst bedenkliches Licht auf den Islam.

    Ganz absurd wird es dann, wenn Muslime, um die Wahrheit ihrer Religion zu unterstreichen, darauf hinweisen, das der Islam die am Stärksten wachende Religion ist und inzwischen schon 1,3 Milliarden Muslime existieren. Dann ist folgende Frage erst recht berechtigt: Und was bewirken diese 1,3 Milliarden Muslime im Namen ihrer Religion des Friedens auf dieser Welt?

    Entweder die Zahl der wahren Muslime ist äußerst gering, dann würde dieser Hinweis auf die Masse absolut keinen Sinn machen oder das Problem ist doch der Kern des Islam und man kann gar keine Reformen durchführen.

    Übrigens zum Thema Jemen, die Probleme die Sie oben beschrieben haben, werden eben von diesem Staat durchgeführt, von dem sich die Bevölkerung eben distanziert…Der Staat existiert parallel zur Gesellschaft, die sich lieber selber Verwaltet…und das sehr gut macht.

    Das ist keine Lösung, solange Menschen ihre Religion, Sexualität und Meinung nicht frei leben und äußern können.

  44. HamzaJuly 13, 2007 @ 05:51 PM

    Re: Leeza “98% der Befragten waren der Meinung, dass Mädchen und Frauen bis zur Hochschule die gleiche Bildung genießen sollten wie der männliche Teil der Bevölkerung.”
    Und dennoch werden hier in Deutschland den Muslimischen Frauen Stück für Stück die Bildungs- und Karrierechancen verbaut. Schleichend, aber stetig werden immer mehr “Kopftuch freie Zonen” in Schulen, Gerichten, an Arbeitsplätzen, Universitäten usw. etabliert.

    Die Frauen müßen Befreit werden, das sehe ich auch so, aber doch nicht vom Islam.

    Re:”Das ist keine Lösung, solange Menschen ihre Religion, Sexualität und Meinung nicht frei leben und äußern können.”

    Ach, können wir das den hier? Es gibt Regionen in diesem Land, dort können sie mit der falschen Hautfarbe, mit Kopftuch oder gar als schwul Bekannter,keinen Schritt vor die Tür wagen.

    Jaja, jetzt kommt wieder “daß müßen Sie differenzieren…”, klar muß ich das. Aber Sie eben auch. Bitte beachten Sie, wie unglaublich toll Sie differenzieren, wenns um den eigenen Vorgarten geht, aber woanders, da wird eben flach drübergewischt…das bringt mich zur weisglut…

  45. LeezaJuly 14, 2007 @ 10:23 AM

    @ Hamza

    Und dennoch werden hier in Deutschland den Muslimischen Frauen Stück für Stück die Bildungs- und Karrierechancen verbaut. Schleichend, aber stetig werden immer mehr “Kopftuch freie Zonen” in Schulen, Gerichten, an Arbeitsplätzen, Universitäten usw. etabliert.

    Das gibt es in der Türkei genauso und ich verstehe diese ganze Debatte sowieso nicht. Wenn das Kopftuch weder ein religiöses noch ein politisches Symbol ist, kann man es auch in gewissen Fällen abnehmen. Es ist in Deutschland unhöflich sich mit Kopfbedeckung in öffentlichen Einrichtungen aufzuhalten. Eigentlich ist das ganz einfach. Mit Unterdrückung hat das nichts zu tun und schon gar nicht im Vergleich zu den arabisch-islamischen Staaten.

    Die Frauen müßen Befreit werden, das sehe ich auch so, aber doch nicht vom Islam.

    Von was denn dann? Ich wünsche mir von Muslimen, das diese einmal von sich aus formulieren was in der arabisch-islamischen Welt und in der deutsch-islamischen Kultur falsch läuft.

    Ach, können wir das den hier?

    Ja hier können Sie das. Allerdings. Es gibt keinen Staat, der Sie in eine Zelle steckt, weil sie sich zur Homosexualität bekannt haben und es gibt auch keinen Staat, der junge Männer und Frauen wegen “Unzucht” aufhängt und es gibt keinen Staat, der Frauen zur Strafe auspeitscht, weil sie vergewaltigt wurden. Und wenn Sie anderen vom Islam erzählen, wird Sie auch kein Religionspolizist anzeigen und wenn Sie morgen zum Christentum konvertieren, werden Sie vielleicht von ehemaligen Glaubensbrüdern bedroht werden, aber wohl kaum vom Staat und wenn jemand vom Christentum zum Islam konvertiert gildet dasselbe.

    Es gibt Regionen in diesem Land, dort können sie mit der falschen Hautfarbe, mit Kopftuch oder gar als schwul Bekannter,keinen Schritt vor die Tür wagen.

    Richtig das gibt es. Und ich sage den Deutschen immer wieder, sie sollen erst einmal die “No Go Areas” befrieden, bevor sie meinen eine Lösung für den Irak oder das “Nah Ost Problem” zu haben.

    Natürlich gibt es diese Gebiete und es ist absolut unerträglich und falsch was dort geschieht. Aber diese Menschen werden nicht vom Staat geleitet und es gibt kaum einen Unterschied zwischen dem Konflikt, den ein Schwarzer im deutschen Osten mit den Nazis und den ein Jude im Berliner Stadtteil Wedding mit Türken und Arabern bekommt. Gegen all diese Misstände muss man massiv angehen. Sehr massiv. “Wir töten dich Du Neger” muss genauso gestoppt werden wie “Wir ficken dich wenn Du kein Kopftuch trägst”. Beides wird angedroht und beides wird ganz real auch umgesetzt. So eine Gewalt darf man niemals dulden. Nie und nirgendwo. Es kann keine Ausreden und keine Entschuldigungen dafür geben.

    Jaja, jetzt kommt wieder “daß müßen Sie differenzieren…”, klar muß ich das. Aber Sie eben auch. Bitte beachten Sie, wie unglaublich toll Sie differenzieren, wenns um den eigenen Vorgarten geht, aber woanders, da wird eben flach drübergewischt…das bringt mich zur weisglut…

    Nein. Man muss nicht differenzieren, sondern konsequent zu Ende denken. Die Gewalt im osten Deutschlands muss verurteilt und massiv bekämpft werden, genauso wie auch die Gewalt im Wedding und anderen Städten. Ich sehe aber dennoch keinen Vergleich zu den arabisch-islamischen Staaten, in denen die Gewalt und Unterdrückung vom Staat gelenkt wird. Und da Staat und Religion nicht getrennt sind, sind die Politiker und Mullahs gleichermaßen dafür verantwortlich.

  46. HamzaJuly 14, 2007 @ 01:43 PM

    @ Leeza
    Ich gebe ihnen Recht, daß das Einführen von Zwangsmaßnahmen zur errichtung des Islamischen Staates völlig ungeeignet ist. Trotzdem bleibe ich dabei, der Islam ist nicht das Problem, sondern was under Westlichem Einfluß, und sehr geschickter Manipulation, daraus geworden ist.

    Sie glauben also tatsächlich, dieser Staat, in dem wir hier leben, hätte irgendein ernstes Interesse daran, das im Nahen Osten Frieden herrscht?
    Vergessen sie nicht, das die meisten dieser “Regime” wie Sie sie nennen, nur deswegen existieren, weil unser aller lieblings-Geheimdienst, und seine Partnerdienste, die natürlich hervorgekommene Ordnung zersetzt, und durch einen Handzahmen Diktator ersetzt haben…
    Davon profitiren auch wir Deutschen, das Öl sprudelt seit Jahrzehnten, Judische Siedler grapschen sich immer mehr Land zusammen, der Warenfluß kann ungehindert die Welt umschwirren, und di Westliche Welt kann ungehindert ihrem wahren Götzen fröhnen, dem Geld.

    Diese armen Leute, die denken sie wären Christen, und dennoch mit Zinsen hantieren, sexuelle ausschweifungen aller Art, erst zulassen, und sich dann wundern, warum ihnen ihre Kinder entführt werden.
    Die Umar der Muslime ist krank, ja das ist richtig.
    Aber der Infektionsherd ist nicht der Islam…

  47. LeezaJuly 14, 2007 @ 05:20 PM

    Trotzdem bleibe ich dabei, der Islam ist nicht das Problem, sondern was under Westlichem Einfluß, und sehr geschickter Manipulation, daraus geworden ist.

    Dank der westlichen Manipulation gibt es einige arabische Staaten, die es sonst nicht gegeben hätte. Dazu gehören der Iran, Jordaninen, die Autonomiegebiete und wahrscheinlich noch so einige andere Staaten. Das diese Staaten aber noch immer totalitär regiert werden, ist ganz sicher nicht nur dem Westen in die Schuhe zu schieben, wenn er auch immer wieder einen Fuß in diesen Ländern hat. Denn es sind sowohl Politiker als auch Mullahs und Imame, die diese totalitäre Führung mit dem Koran und den Haditen rechtfertigen. Die Frage ist doch, wie ein wahr gelebter Islam aussehen würde.

    Sie glauben also tatsächlich, dieser Staat, in dem wir hier leben, hätte irgendein ernstes Interesse daran, das im Nahen Osten Frieden herrscht?

    Ich denke schon. Aber die Politik ist nicht konsequent genug. Ich halte die gesamte europäische Außenpolitik für verlogen und unergiebig. Darum ging es mir aber nicht. Ich wollte damit sagen, das es in Deutschland Probleme gibt, die man lösen sollte, bevor man meint in der Lage zu sein den Nah Ost Konflikt zu lösen.

    Vergessen sie nicht, das die meisten dieser “Regime” wie Sie sie nennen, nur deswegen existieren, weil unser aller lieblings-Geheimdienst, und seine Partnerdienste, die natürlich hervorgekommene Ordnung zersetzt, und durch einen Handzahmen Diktator ersetzt haben…

    Das vergesse ich mit Sicherheit nicht. Aber was ist die sogenannte “natürliche Ordnung”?

    Davon profitiren auch wir Deutschen, das Öl sprudelt seit Jahrzehnten, Judische Siedler grapschen sich immer mehr Land zusammen, der Warenfluß kann ungehindert die Welt umschwirren, und di Westliche Welt kann ungehindert ihrem wahren Götzen fröhnen, dem Geld.

    Deutschland hat sein Handelsvolumen mit dem Iran in den letzten Jahren auf 5 Milliarden verfünfacht. Ich finde, niemand sollte mehr mit dem Iran handel treiben. Nicht mit diesem Regime.

    Diese armen Leute, die denken sie wären Christen, und dennoch mit Zinsen hantieren, sexuelle ausschweifungen aller Art, erst zulassen, und sich dann wundern, warum ihnen ihre Kinder entführt werden.

    Wenn wir danach gehen, gibt es wohl nur Sünder in der Welt. Denn auch die arabisch-islamische Welt ist voll mit sexuellen Begierden auch der abartigen Art. Ich beweise es Ihnen gerne. Und ich leugne nicht, das es das alles auch im Westen gibt. Nur redet man hier darüber und bekämpft es ganz offen dort, wo es illegale Züge annimmt.

    Die Umar der Muslime ist krank, ja das ist richtig. Aber der Infektionsherd ist nicht der Islam…

    Wenn ich derartige darstellungen über “Mann und Frau” lese, in denen Aufgefordert wird, Frauen anstatt an die Universität in eine Koranschule zu schicken, komme ich nicht umhin, das Problem durchaus im Islam zu sehen.

    Warum ich mich derart ausgiebig mit dem Themabeschäftige liegt darin, das fast auschließlich jeder Moslem, dem ich begegnet bin, sagte, dass es in der islamischen Welt keine finanzielle Ungerechtigkeit geben würde und keine sexuellen Abartigkeiten wie im Westen und die islamische Ordnung deswegen die gottgegebene beste Ordnung sei. Und ich sage: Die arabisch-islamische Welt ist genauso pervers, wie der abendländliche Westen und genauso dem Geld verfallen.

  48. LeezaJuly 17, 2007 @ 12:27 PM

    @ Salim

    Es gibt immer noch 4 unbeantwortete Fragen.

  49. HamzaJuly 18, 2007 @ 08:10 AM

    RE: Leeza “Desweiteren sind diese Aktionen gegen Homosexuelle in Polen nicht dasselbe wie eine staatliche Strafverfolgung und anschließende juristische Verurteiling.”

    Vor kurzem wurde im “Seim” (das ist das Polnische Parlament), ein Gesetz beschlossen, zur “Unterbindung Homosexueller Propaganda im öffentlichen Leben”. Im Zusammenhang mit diesem Gesetz werden einige Sendungen auf nimmerwiedersehen aus dem Fehrnsehen verschwinden…darunter nicht nur Thematisch “schwule Sendungen” wie die Serie “Queer”, sondern auch beliebte Kindersendungen wie “Lolek i Bolek” oder “Teletubies”. Gerade bei letzterem wurde ein äusseres Erscheinungsbild (eine rote Handtasche) als Merkmal von Homosexualität identifiziert. Also werden “Schwule” nicht nur Stigmatisiert, sondern auch zensiert, und verfolgt.
    Übrigens ist die Warschauer Demo, die ich oben erwähnt habe, von der Polizei zerschlagen worden, auf Weisung des damaligen Bürgermeisters Kaczinski, der heute das Land regiert.
    Ausdrücklich begrüßt wurde die Aktion (und das Gesetz) von ranghohen Vertretern der Katholischen Kirche (zB Kardinal Glemp), die unglaublich unverschämt Einfluß auf die polnische Politik nehmen.

    Dazu habe ich, von ihnen liebe Leeza, bisher keinen qualifizierten Kommentar gehört…

  50. LeezaJuly 19, 2007 @ 07:03 PM

    Sie wollen allen Ernstes diese Gesetze mit den Gesetzen in einigen Teilen der arabischen Welt vergleichen, durch die Homosexuelle gehängt oder Wgesteinigt werden können? Ist das ihr Ernst?

    Ich kann Ihnen sagen, wie ich die polnischen Gesetze finde: Rückständig, Fanatisch und mit keinem gesunden Menschenverstand zu entschuldigen.

    Und jetzt können Sie sich ja denken, wie ich über Gesetze denke, durch die Vergewaltigte Frauen ausgepeitscht zur Strafe ausgepeitscht werden, Homosexuelle und Ehebrecher getötet und junge Mädchen wegen Unzucht gehängt werden können.

    Im Übrigen wurde in der Türkei die Zeichentrickserie “winnie the pooh” verboten, weil winnie einen besten Freund hat: Ein Ferkel.

  51. bosniacJuly 20, 2007 @ 09:49 PM

    @Leeza

    komme ich nicht umhin, das Problem durchaus im Islam zu sehen

    Ist kein Wunder bei der derzeitigen Situation.Sie täuschen sich aber gewaltig.Nicht der Islam ist das Problem, wir angeblichen Moslems machen die Probleme.

    Sie haben etwas gegen “islamische Gesetze” wie die Steinigung?Oder etwas gegen das Schlagen von Frauen?

    Ich auch!

    Aber wissen Sie wieso diese Strafen überhaupt im Koran erwähnung finden?

  52. HamzaJuly 23, 2007 @ 08:59 AM

    Zum Thema Steinigung:
    Einmal kam eine Frau zum Propheten (saw) und sagte:”Prophet, ich bin Sündig gewesen, habe Ehe gebrochen, ich will aber nicht in der Hölle enden, darum steinige mich, so das ich gebüßt habe.”
    Der Prophet (saw) aber wußte, daß die Frau schwanger war, und sagte:” Du hast Recht, steinigen müßten wir dich, für deine Sünde, aber dein Kind ist ohne Schuld, wir töten niemanden ohne Schuld. Komm wieder wenn das Kind geboren ist.”
    Als das Kind auf der Welt war, kam die Frau tatsächlich wieder mit dem gleichen Anliegen, der Prophet (saw) sah sie und sprach:” Frau, dein Sohn braucht deine Milch, komm wieder wenn er entwöhnt ist.”
    Nach zwei Jahren kam die Frau wieder, und der Prophet (saw) sprach:” Frau, von wem soll der kleine den seine Muttersprache lernen, wenn nicht von seiner Mutter. Komm wieder wenn der Junge sprechen kann.”
    Nach Jahren kam sie wieder, und der Prophet (saw) sagte:”Ein hübscher Bursche ist dein Sohn, bringe ihm bei ein guter Muslim zu sein, damit er nicht sündigt, wenn er ein Mann ist. Dann komme wieder.”
    Als die Frau mit ihrem erwachsenen Sohn wiederkam, war der Prophet (saw) bereits verstorben, und Abu Bakr war Kalif. Er sprach:” Deine Schuld hast du gesühnt, dem Islam hast du einen treuen Muslim geschenkt, und eine treue Muslima bist du gewesen, denn du kammst jedes mal wieder, so wie der Prophet (saw) es dir gesagt hat. Gehe, und werde glücklich mit deinem Sohn.”