Imam Khamenei zum Anschlag in Samarra

14.06.2007

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

„Von Allah sind wir und zu Ihm kehren wir zurück“ (Koran, 2. Sure, Vers 156) Die verbrecherischen Hände der Aufruhrstifter haben wieder einmal ihren giftigen Dolch in den Körper der Islamischen Gemeinschaft hinein gestochen und ein furchtbares Verbrechen begangen. Das Ereignis der Explosion am Schrein von Samarra und die Verletzung des Respekts der reinen Gräber der beiden ehrenwerten Askari-Imame (gemeint sind der 10. und der 11. Imam der Schiiten) hat nicht nur die Herzen der Schiiten und aller Muslime, die die ehrenhafte Familie des größten Propheten – Frieden sei auf ihn und seine Familie – lieben, betrübt, verletzt und bluten lassen, sondern stellt die islamische Welt vor eine ungeheure Verschwörung, dessen Ziel die Schaffung eines Bürgerkrieges im Irak ist und die Beschäftigung der muslimischen Völker mit blutigen religiösen und Rechtsschulen bezogenen Ereignissen.

Es gibt keinen Zweifel, wer auch immer die blindwütigen und peinlichen Täter dieses großen Verbrechens waren, seien sie die Überbleibsel der atheistischen Ba´ath-Partei Saddams oder die hereingefallenen wahabitischen und salafitischen Steinzeitler, dass die Planer dieses bösartigen Planes die Geheimdienste der Besatzer und der Zionisten sind. Zur Schwächung der vom Volke gewählten Regierung Iraks und zur Legitimation ihrer illegalen Anwesenheit haben die Besatzer Tür und Tor für die Terroristen und Grausamkeit Schaffenden offen gelassen und entfachen das Feuer zwischen muslimischen Geschwistern. Der heilige Schrein der beiden Askaris ist seit Jahrhunderten in der Stadt Samarra unter den sunnitischen Bürger geehrt gewesen, und niemals hatte jemand zu keiner Zeit derer heiliger Position entehrt.

Nun, in der Epoche der Herrschaft der Besatzer ist zum zweiten Mal auf solche Art ruchlos und verbrecherisch die hohe und heilige Position attackiert worden. Die Besatzer Iraks können sich nicht von diesem Verbrechen freisprechen. Schiitische und sunnitische Geschwister in Irak mögen wachsam sein, damit sie nicht in die Falle der Verschwörung des Feindes hineintappen.

Die Muslime in allen Orten der Welt müssen mehr als zuvor gegenüber der Politik der Zwietracht und Kriegstreiberei der Feinde des Islams wachsam sein. Heute, fachen die Feinde im Irak, in Palästina, in Libanon und an jedem Ort der islamischen Welt, wenn sie es können, das Feuer an. Sie ermutigen Muslime mit verschiedenen religiösen Begründungen, Stammes- und Parteizugehörigkeit gegeneinander Reihen aufzustellen und zum Brudermord. Die Muslime dürfen nicht denen bei dem bösartigen und gefährlichen Ziel behilflich sein. Die ehrenwerten Gelehrten der Sunniten sollen die Tragödie von Samarra verurteilen und klar ihre Ablehnung gegenüber den Tätern zur Ausdruck bringen. Die ehrenwerten Gelehrten der Schiiten sollen die Anhänger der Ahl-ul-Bait (Familie des Propheten) zur Ruhe ermahnen. Alle Gelehrten und großen Geistlichen der islamischen Welt sollen ihre Anhänger zur Solidarität mit ihren Geschwistern und den Respekt gegenüber der religiösen Gefühle jeder Rechtsschule einladen. Meinerseits möchte ich mein Beileid wegen dieses großen Unglücks und anderer Leiden der Muslime seiner Exzellenz Baqīyatallāh (Imam Mahdi) – unsere Seele für ihn – zum Ausdruck bringen.

Möge Gott das Unheil (des Einflusses und der Anwesenheit) der ungläubigen und unterdrückerischen Arroganten von den muslimischen Völkern abwenden. Was salamu ´alā ibādillahis sālihīn

Der Frieden sei mit den rechtschaffenen Dienern

[A. d. Persischen übersetzt von Seyed Mahdi Hadjizadeh. 14. Juni 2007 / 1386.03.24 Hidschrī Schamsī / 28. Jamadi I 1428 Hidschrī Qamarī / Muslim Markt]

Kommentare

  1. Dr. Yavuz OezoguzJune 23, 2007 @ 07:56 AM
    Wer steckt hinter den Anschlägen gegen Heiligtümer der Schîa? Unter der Besatzung der USA werden tagtäglich hunderte von unschuldigen Menschen, darunter Frauen und Kinder im Irak und in Afghanistan ermordet, und immer sind die Verbrecher Selbstmordattentäter. Dass jene Verbrecher neuerdings ihre Fahrzeuge für ihre Mordanschläge auch abstellen und nicht aussteigen, versteht sicherlich nur der eingebettete Journalist. Es war ein verheerender Anschlag mitten in Bagdad: Über 70 Tote, über 100 Schwerverletzte und eine schwer beschädigte Moschee. Mit immer brutaleren Methoden versuchen bestimmte Kräfte die Schiiten im Irak in einen Bürgerkrieg gegen Sunniten zu verwickeln, was ihnen bisher allerdings nur mäßig oder gar nicht gelingt - Gott sei Dank. Immer wieder betonen die schiitischen Würdenträger im Land, dass jene Anschläge auf das Konto der Besatzer gehen, sei es direkt oder indirekt über ihre baathistischen oder salafitischen Handlanger. Gläubige Muslime, seien es Sunniten oder Schiiten, tun so etwas nicht! Und die Anhänger jener Würdenträger glauben ihnen, auch wenn es schwer fällt, die eigene Wut angesichts der betroffenen Verwandten, Bekannten und Mitbürger im Zaum zu halten. Während im Land die Urheber jener Anschläge bekannt und klar sind, muss der eingebettete Journalist in der westlichen Welt die westliche Propaganda vom Selbstmordattentäter verbreiten, der eine Gefahr für die westliche Zivilisation darstelle. Ist nicht jeder praktizierende Muslim ein potentieller Selbstmordattentäter, und sind solche Berichte nicht Beweis genug dafür, wie gefährdet die westliche Welt ist? Dass die Opfer fast ausschließlich immerzu Muslime sind, und die Selbstmordattentäter immer "merkwürdiger" werden, darf jener Journalist weder hinterfragen noch darf er seinen Verstand gebrauchen. Am 19.6 berichteten nur eine Stunde nach dem Anschlag verschiedene Nachrichtenagenturen wahrheitsgemäß: "Der Sprengsatz, der in einem Auto auf einem nahe gelegenen Parkplatz versteckt war, detonierte kurz vor 14.00 Uhr." Entsprechend sachlich berichtete dann auch die Frankfurter Rundschau: "75 Tote bei Bombenanschlag auf schiitische Moschee .... Die Bombe explodierte nach Polizeiangaben in einem Lastwagen auf dem nahe der Moschee gelegenen Parkplatz." In der Springerpresse verwandelte sich der Anschlag sehr schnell zu einem "Selbstmordanschlag": "Nach Angaben des Innenministeriums jagte der Attentäter seinen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen nahe der schiitischen Moschee im Geschäftsviertel Chilani in die Luft." So etwas hatte das Innenministerium nie behauptet! Und das Wort "Selbtmordattentäter" kam bei der Verlautbarung des Innenministeriums gar nicht vor. Aber in der "freien" Presse ist die Verbreitung solch einer Unwahrheit keine Straftat, selbst wenn sie zum Weltkrieg führen würde. Was die Springer-Presse in Deutschland vorbereitet hatte, brachte dann die US-amerikanische Propaganda später zur Vollendung und Reuters vermeldete am frühen Abend: "Der Attentäter am Dienstag rammte seinen Lastwagen einem Augenzeugen zufolge in die schiitische Chilani Moschee im Stadtzentrum." Nur merkwürdig, dass im Irak solche Augenzeugen nicht bekannt sind und der LKW auch auf den Fernsehbildern gar nicht in unmittelbarer Nähe der Moschee stand. Es muss sich also um US-Soldaten handeln, die so etwas gesehen haben wollen, falls es überhaupt solche Augenzeugen gibt, denn nicht einmal das erfinden solch einer Nachricht ist strafbar! Und daher wird sie auch entsprechend oft erfunden. Merkwürdigerweise erschien die Meldung über jenen doch so verheerenden Anschlag am nächsten Tag auch nicht mehr als separate Meldung sondern stand im Zusammenhang mit der soundsovielten Offensive, welche die US-Besatzer im Land ausführten und lauter "Terroristen" töteten. Dass darunter auch einige Zivilisten waren, wurde nicht einmal mehr verheimlicht. Es stört ohnehin kaum noch jemanden in der Westlichen Welt (außer Lafontaine): Was macht es schon aus, einige zukünftige potentielle Selbstmordattentäter zu töten?! Warum jetzt aber sunnitische Attentäter eine schiitische Moschee in einem konfessionell gemischten Wohngebiet in die Luft jagen sollten, um einer Offensive der Besatzer entgegen zu treten, beantwortet auch niemand. Und dabei entsteht ein sehr gefährliches Gemisch an Nachrichtenmanipulation mit Wirkungen auf allen Seiten. Im Irak weiß man, dass die USA dahinter stecken, und da würde sämtliche Propaganda des Westens, dem man ohnehin Nichts glaubt, keine Meinungsänderung bewirken. Und in der Westlichen Welt glaubt man, dass fanatische Muslime sich gegenseitig massakrieren und versteht immer noch nicht hinreichend, warum ein täglich steigender Hass gegen die westliche Welt die ganze Region zur Explosion gebracht hat. Zusätzlich Meldungen, von angeblichen Taliban, die angeblich in Pakistan dafür ausgebildet werden, um angeblich in Deutschland Selbstmordanschläge auszuführen, gepaart mit den Bildern aus Bagdad dürften der Bevölkerung den Rest an Furchtlosigkeit nehmen. Es bedarf aber furchtloser Menschen, die aufstehen und die Verbrechen anprangern und die Verbrecher beim Namen nennen: Das derzeitige US-Regime ist für die meisten Morde in dieser Welt verantwortlich und ist - auch nach westlicher Definition von Terrorismus - der größte Terrorist. Und jeder Regierungschef, der mit solch einem US-Präsidenten schmunzelnd beim Bier plaudert und dabei Freude empfindet, ist eine Schande für sein eigenes Volk. Es muss gesagt werden, es muss wiederholt werden und die Völker der Welt, ob westlich oder östlich, ob jüdisch, christlich, muslimisch oder sonstwie, müssen sich ganz offen und aufrichtig von jeglicher Art von Terroristen distanzieren und Terror verurteilen. Anders werden sie nie zum Frieden finden. Wer sich auf die Seite von Terroristen schlägt, wird mitverantwortlich für Mord, Mord und noch einmal Mord. Und ein nachweislicher Mörder und Terrorist ist auch dann ein Terrorist, selbst wenn er sich für den mächtigsten Menschen auf Erden wähnt. Und schon viele, die sich als mächtigste Menschen der Welt wähnten, wurden bereits auf Erden für ihr Verbrechen verurteilt, und kein einziger der auf Erden ungeschorenen Verbrecher hatte irgendwelche Taschen in seinem letzten Hemd, in dem er eine Rechtfertigung für seine Verbrechen ins Jenseits mitnehmen konnte. Bei all dieser Abneigung gegen Terror, sollte ein weiterer Aspekt der Weltsituation nicht vergessen werden. Alles, was derzeit geschieht, ist ein weiterer Beweis dafür, welch grundsätzlichen Konstruktionsfehler der Kapitalismus hat. Nein, heute geht es ausnahmsweise nicht um die Zinsen und die Verschuldung. Heute geht es um wirtschaftliche Überlegenheit. Zweifelsohne sind die westlichen Länder immer noch in vielen bereichen wirtschaftlich - aber vor allem technisch - überlegen. Eine Chip-Fabrik, wie sie in Deutschland betrieben werden kann gepaart mit der Forschung, die in uneinholbarem Tempo neue Chips entwickelt, ist nur in wenigen Ländern der Welt einholbar. Selbst die Chinesen, die so ziemlich alles nachbauen können, haben in dem Bereich - wie auch in vielen anderen bereichen der Hochtechnologie - große Rückstände. Chips, Computer, Nanotechnologie usw. kann man aber viel mehr in ein befriedetes Land verkaufen, als in den Krieg. Und Völker, die einen grundsätzlichen Hass gegen alles Westlich empfinden, werden zwar nach wie vor das kaufen, was sie anderenorts nicht erhalten, aber können nicht gerade als ausbaufähiges Kundenpotential betrachtet werden. Das Öl, dass man zur Begrenzung des eigenen Schuldenwachstums raubt, könnte man viel preisgünstiger erhalten, wenn man mit einem Öl-Land befreundet wäre, denn schließlich können die Kriegskosten nicht unberücksichtig bleiben. Aber der Kapitalismus kennt auch keine Vernunft, nicht einmal die Vernunft sich selbst zu retten. Denn der Kapitalismus ist nicht nur auf die Mehrung von Kapital ausgerichtet sondern auch auf die Kurzfristige Mehrung von Kapital, selbst wenn es langfristig zu einer Katastrophe führt. So weit können die Denker des Kapitalismus offenbar nicht denken und die Lenker denken nur in Wahlperioden. Daher haben wir es derzeit wirklich mit Selbstmordattentätern zu tun, und zwar Selbstmordattentätern am Kapitalismus und damit den aktuellen Grundlagen der Westlichen Welt. Und jener Selbstmordattentäter bewirkt erstaunlicherweise weder Angst im Osten noch im Westen, weder bei Kapitalisten noch bei Antikapitalisten. Möglicherweise ist das die Ironie der Geschichte, dass letztgenannter Selbstmordattentäter schlussendlich für Frieden in der Welt sorgen wird. Denn wer wünscht sich nicht eine Welt ohne Krieg, eine Welt ohne Terror, ohne Hunger, ohne Armut? Gestern wurde für Deutschland eine Statistik verbreitet dass das "durchschnittliche" Wohlhaben der Bevölkerung gestiegen sei und im Schnitt jeder Bürger über 100.000 EUR auf der hohen Kante hat. Da wird sich so manch ein Bürger arg gewundert haben, wo denn sein Geld geblieben ist. Würde man eine ähnliche Statistik für die Welt aufstellen, käme man zu einem ähnlichen Schluss. Was liegt da angesichts der aktuellen Weltsituation nahe, als sich einer offenbar realisierbare andere Welt zu wünschen? Die Mittel dazu sind da und die Hoffnung auch! Jetzt fehlt nur noch der Wille. Der Wille im Irak ist sicherlich da, und kein Attentäter der Welt - sei es ein Selbstmordattentäter oder nicht - kann diese Hoffnung vernichten. Aber wo ist diese Hoffnung im so reichen und satten Westen? Wo ist jene Hoffnung in Deutschland? Sie ist sicherlich in den Herzen der Menschen vorhanden, aber es wird Zeit, dass sie es auch deutlich aussprechen, auch die verbliebenen Christen im Land.
  2. GlobetrotterJune 24, 2007 @ 04:57 PM
    Vieles ist möglich aber auch die einfache Rache von Sunniten an Schiiten oder Muslimen an Muslimen. Das Khomeini Regime ist ja nun auch nicht gerade zimperlich mit anders denkenden Muslimen - immerhin auch Muslimen - umgesprungen. Unzählige Tote im Namen Allahs!
  3. 2speak4theTruthJuly 05, 2007 @ 07:08 AM
    @Globetrotter Ich fürchte, solche gutgläubigen Konsumenten der Mainstreammedien wie Sie glauben tatsächlich an das, was Sie selbst schreiben. Tatsache aber ist, dass die Widerstandsgruppen im Irak (egal welcher Konfession) Anschläge an der Zivilbevölkerung strikt ablehnen, da dies nur ihren Rückhalt in der Bevölkerung schwächen würde. Die Widerständler wissen die Täter auch ironisch zu benennen: "Al CIAda" Fragen Sie sich lieber, wem eine evtl. "divide et impera"-Strategie im Irak wirklich nützen würde. Hier einige Links zum aufwachen: http://www.gerhard-wisnewski.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&p=19233#19233 http://karlweiss.twoday.net/stories/3003556/ http://annakuehne.twoday.net/stories/3726112/

Kommentar verfassen

Kommentar