Ash-Shawwal, »der Aufhebende«

09.10.2007 von Salim Spohr

»Der heilige Prophet s. a. s. sagte: „Wenn der Ramadân vorbei ist, freut sich das Naf des Menschen; die Zügel sind gelockert, Essen und Trinken bei Tag sind wieder erlaubt so wie auch, das Eheleben zu genießen. Zu dieser Zeit das Fasten wieder aufzunehmen, kommt einem Jihâd gleich, einem heiligen Krieg gegen das Ego.“ Dieser Kampf gegen das Nafs ist viel größer und schwerer als während des Ramadâns, in welchem das Fasten für alle Muslime verbindlich ist. Darum wird das freiwillige Fasten und Zügelanlegen im Shawwâl so hoch belohnt, Allâh der Allmächtige allein weiß, wie hoch.

Der Grund für die sechs Fastentage des Shawwâl ist dieser: lm heiligen Qur’ân steht geschrieben:

„Er ist’s, der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf, worauf Er sich auf den Thron setzte.“ (Das Eisen, 57:4)

Die Weltenschöpfung fand in den sechs Tagen des Monats Shawwâl statt, Himmel und Erde wurden in der ersten Woche des Shawwâl geschaffen. Der heilige Prophet sprach: „Wer die sechs Tage des Shawwâl fastet, dessen Lohn ist gleich der Anzahl der Dinge, die Er in diesen Tagen erschuf.“

Der heilige Prophet sagte auch: „Wer die dreißig Tage des Ramadân fastet,dessen Fasten hat den Wert von dreihundert Tagen. Wer die sechs Tage des Shawwâl dazu fastet, dessen Fasten beträgt dreihundertsechzig Tage, das heißt, es ist, als habe er das ganze Jahr gefastet, denn an fünf Tagen ist das Fasten verboten: am ‘Id des Ramadân und an den vier Tagen des ‘Id des Hajj, ‘Id al-adhâ.“

Und der heilige Prophet œ sprach: „Der menschliche Körper hat dreihundertsechzig Glieder. Wenn der Tod sich naht, gibt Allâh der Allmächtige jedem einzelnen dieser Glieder einen ihm eigenen Schmerz, und kein Schmerz gleicht dem anderen. Würde Allâh einem Glied die ganze Todespein auferlegen, so ginge die gesamte Schöpfung daran zu Grunde – Allâh hat aber den Schmerz des Todes an alle Glieder einzeln verteilt. –

Wenn nun einer den Rama¡ân und die folgenden sechs Tage des Shawwâl gefastet hat, so gibt ihm Allâh diesen Lohn: Wie einen an einem sehr heißen Sommertage ein kühler Schluck Wasser gar köstlich erfrischt, so wird der Tod für denjenigen sein, der die sechs Tage des Shawwâl gefastet hat: wie kühles Wasser an einem heißen Sommertag.“«

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Text wurde mit freundlicher Erlaubnis des Spohr Verlags dem Buch entnommen:

Amina Adil, Ramadan – Über die heiligen Monate Rajab, Sha’bân, Ramadân, das Fasten, das Gebet und mancherlei mehr, 4. Aufl. © 2007 Spohr Publishers Ltd, Larnaca, Cyprus.


Der Titel ist auch als eBook beziehbar.











Kommentare

  1. WilfriedOctober 04, 2008 @ 01:18 PM

    Dass Gott die Himmel und die Erde in 6 “Tagen” erschaffen hat (laut Koran) will ich damit nicht anzweifeln (wer wäre ich auch dies zu tun). Wobei „Tage“ nicht in unserem Sinne gemeint sein können, denn sie gab es noch nicht. Vielmehr könnte man sie im Sinne von Etappen bzw. Prozessen verstehen. Wenn man schon den Begriff „Tage“ beibehalten möchte, so doch Tage des Schöpfers und die sind sicher nicht in Stunden zu zählen.

    Lass uns mal “Deine” Aussage genauer unter die Lupe nehmen.
    „Die Weltenschöpfung“. Hier ist die Rede von einer Schöpfung mehrerer Welten (die Himmel, laut Koran). Damit könnten möglicherweise sogar auch immaterielle Welten (Himmel) einbezogen werden, z.B. die Seelenwelt, Traumwelt, … . Was immer damit auch gemeint sei, entscheidend ist, dass es nichts vor dem Schöpfungsbeginn gab was auch nur im geringsten materiell war. Himmel und Erde waren – wie Du im zweiten Teil des Satzes erkennen lässt – also noch nicht vorhanden. Selbstverständlich waren Sterne, Sonne und Mond ebenfalls nicht vorhanden. Sie wurden ja erst erschaffen. Infolgedessen gab es noch keine Zeitparameter mit der die Zeit durch irgendwelche Trabanten im gesamten Kosmos hätte definiert werden können. Die einzige Zeitdefinition ist der Beginn der Schöpfung, denn vorher gab es allein nur die Ewigkeit und Unendlichkeit bei Gott. Die Zeit ist also auch etwas das erschaffen wurde.
    Wie kann eine Aussage, dass die Weltenschöpfung in den sechs Tagen der erste Woche des Monats Shawwâl stattfand, überhaupt logisch sein, wenn noch nicht einmal der Mond als Zeitparameter für den MONAT Shawwâl existierte, geschweige denn der Tag (24 Std.) der ja voraussetzt, dass die Erde bereit vorhanden ist???
    Es wäre ungefähr so, als würde ich ein Haus bauen, das bereits schon gebaut ist. Ich bitte Dich, mich/uns über diese Widersprüchlichkeit aufzuklären.
    Auch eine Theologie hat ihre Logik!

    Mit freundlichen Grüßen

    Wilfried

  2. WilfriedOctober 04, 2008 @ 02:58 PM

    Friede sei mit Dir Salim!

    “Die Weltenschöpfung fand in den sechs Tagen des Monats Shawwâl statt, Himmel und Erde wurden in der ersten Woche des Shawwâl geschaffen.”

    Ich weiß nicht woher Du diese Aussage hast, ich jedenfalls halte sie für komplett unlogisch und damit unhaltbar.

    Dass Gott die Himmel und die Erde in 6 “Tagen” erschaffen hat (laut Koran) will ich damit nicht anzweifeln (wer wäre ich auch dies zu tun). Wobei „Tage“ nicht in unserem Sinne gemeint sein können, denn sie gab es noch nicht. Vielmehr könnte man sie im Sinne von Etappen bzw. Prozessen verstehen. Wenn man schon den Begriff „Tage“ beibehalten möchte, so doch Tage des Schöpfers und die sind sicher nicht in Stunden zu zählen.

    Lass uns mal “Deine” Aussage genauer unter die Lupe nehmen.

    „Die Weltenschöpfung“. Hier ist die Rede von einer Schöpfung mehrerer Welten (die Himmel, laut Koran). Damit könnten möglicherweise sogar auch immaterielle Welten (Himmel) einbezogen werden, z.B. die Seelenwelt, Traumwelt, … . Was immer damit auch gemeint sei, entscheidend ist, dass es nichts vor dem Schöpfungsbeginn gab was auch nur im geringsten materiell war. Himmel und Erde waren – wie Du im zweiten Teil des Satzes erkennen lässt – also noch nicht vorhanden. Selbstverständlich waren Sterne, Sonne und Mond ebenfalls nicht vorhanden. Sie wurden ja erst erschaffen. Infolgedessen gab es noch keine Zeitparameter mit der die Zeit durch irgendwelche Trabanten im gesamten Kosmos hätte definiert werden können. Die einzige Zeitdefinition ist der Beginn der Schöpfung, denn vorher gab es allein nur die Ewigkeit und Unendlichkeit bei Gott. Die Zeit ist also auch etwas das erschaffen wurde.

    Wie kann eine Aussage, dass die Weltenschöpfung in den sechs Tagen der erste Woche des Monats Shawwâl stattfand, überhaupt logisch sein, wenn noch nicht einmal der Mond als Zeitparameter für den MONAT Shawwâl existierte, geschweige denn der Tag (24 Std.) der ja voraussetzt, dass die Erde bereit vorhanden ist???

    Es wäre ungefähr so, als würde ich ein Haus bauen, das bereits schon gebaut ist. Ich bitte Dich, mich/uns über diese Widersprüchlichkeit aufzuklären.
    Auch eine Theo_logie_ hat ihre Logik!

    Mit freundlichen Grüßen

    Wilfried

  3. SalimOctober 04, 2008 @ 05:26 PM

    Wa alaikum salam, lieber Wilfried Abdussalam,

    Von Deinen Texten – es waren vier – habe ich zwei freigeschaltet. Zur Sache: Im Koran steht «fi sittati ayâm«, «in vier Tagen» [Koran, 57:4]. DAS REICHT FÜR MICH. Allah subhanahu wa taala sagt damit, daß er die Welten erschaffen hat in Zeiteinheiten, die vom Menschen am besten verstanden werden können als «Tage». – Wo ist da das Problem?

    Das Beste,
    wassalam,
    Salim

  4. WilfriedOctober 04, 2008 @ 07:11 PM

    Lieber Salim,
    Möge der Friede Gottes mit Dir und Deiner Familie sein.

    Es wurden vier, weil ich nicht wusste ob mein Rechner spinnt oder die Verbindung nicht stimmt. Früher ging es – glaub ich – ohne Freischaltung. Eine hätte gereicht.
    Zunächst eine kleine Korrektur, es muss heißen: “… in sechs Tagen …”.
    Für mich reicht diese Aussage als solche vom Koran auch vollkommen aus. Daran – so habe ich Dir bereits geschrieben – besteht ja kein Zweifel (warum auch?). Soweit also kein Problem. Auch möchte ich das 6-tägige Fasten in keiner Weise in Frage stellen. Im Gegenteil.
    Du hast meine Worte diesbezüglich nur umformuliert wiederholt und bist auf meine eigentliche Frage gar nicht eingegangen. Statt Etappen, bzw. Prozesse schreibst Du Zeiteinheiten. Ist das nicht egal. Eine Etappe oder ein Prozess hat natürlich auch seine Zeiteinheit. Dass mit 6 Tagen nicht 6 × 24 Std. gemeint sind dürfte wohl klar sein.
    Im Koran steht – was den Schöpfungsvorgang betrifft – auf jeden Fall nichts von einem Monat Shawwal.
    Ich beziehe mich noch einmal auf meinen vorhergehenden Kommentar und stelle die gleiche Frage, die bisher unbeantwortet blieb.
    Wie in Gottes Namen kann ALLAH die Welten (die Himmel und die Erden) in 6 Tagen (Zeiteinheiten) der ERSTEN WOCHE IM MONAT SCHAWWAL erschaffen, wenn es definitiv den Mond, die Sonne und die Erde noch gar nicht gab, die ja die Grundlage der Zeitberechnung sind? Die Frage bezieht sich auf die in Großbuchstaben geschriebenen Worte. Für diejenigen die es nicht wissen, der islamische Monat orientiert sich nach dem Mond und beginnt nach der Sichtung des Neumondes (neuen Mondes) und dauert bis zum nächsten Neumond. 12 Monde machen ein Jahr mit 354 Tagen. Schawwal ist der 10. Monat.
    Dieser „Logik“ nach müsste doch mindestens das Jahr mit dem Monat Schawwal beginnen, wenn schon die gesamte Schöpfung an diesen Monat begann – oder nicht?
    Woher stammt diese Aussage?
    Mit liebevoll gemeinten Grüßen
    Wilfried

  5. NurudinOctober 19, 2008 @ 09:06 PM

    Salam…mir wurde erklärt, dass man die sechs Shawwalfastentage wohl auch über den gesamten Shawwal verteilen könnte, dass es eben nicht unbedingt die ersten sechs Tage sein müssen…
    …der Islam ist ja eine sehr pragmatische Religion und Wissen (wahres Wissen) wird an und für sich durch persönlichen Dialog und Ausstrahlung vermittelt…so war es die Sunna des Propheten (s)…es ist also ohnehin schon bedenklich versteckte Weisheiten über das Internet zu verbreiten…wenn der Prophet (s) tatsächlich gesagt hat, dass Himmel und Erde in den ersten Shawwaltagen erschaffen wurden, dann wollte er damit eine Weisheit oder Wahrheit zum Ausdruck bringen…wenn wir selbst diese aber nicht kennen, dann bringt es auch nichts, darüber Aussagen zu treffen…das bringt nur dogmatischen Ballast und liefert eine Angriffsfläche für Kritik…
    wa Salam

  6. WilfriedOctober 21, 2008 @ 09:26 AM

    As-Salamu aleikum mein lieber Bruder Salim,

    schade, dass keine Antwort mehr von Dir kommt.
    Schade auch , dass die Kommentaranzeige auf Null gestellt ist. Es gibt sicher viel “Wichtigeres” in der heutigen Zeit als sich mit solchen “Spitzfindigkeiten” auseinanderzusetzen. Es tut mir Leid , dass ich überhaupt eine solche Frage gestellt habe. Es gibt halt ein Grundsatz in mir, der auch eine islamische Aussage ist: “überprüft bevor ihr glaubt!”. Dadurch komme ich leider zu solch einer – wie mir scheint auch berechtigten und vernünftigen – Frage. Sie ist BEI GOTT KEINE PROVOKATION!

    Mit herzlichen Salamgrüßen

    Abdus-Salam (Wilfried)

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